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Korschenbroich
Stadt nutzt teure Software nicht richtig

Korschenbroich: Stadt nutzt teure Software nicht richtig
Im Rathaus an der Don-Bosco-Straße ist auch das Amt für Gebäudemanagement untergebracht. FOTO: Lothar Berns (Archiv)
Korschenbroich. Berater haben die Arbeit des Amtes für Gebäudemanagement geprüft. Das Ergebnis: Es fehlt der Überblick über Einsparmöglichkeiten. Von Laura Schameitat

Ein hohe fünfstellige Summe hat die Stadt Korschenbroich in den vergangenen Jahren in Lizenzen für die Software Infoma investiert. Die sollte vom Amt für Gebäudemanagement, Umwelt und Wohnungswesen (Amt 60) genutzt werden, um eine Datenbank für sämtliche Gebäude der Stadt zu erstellen, in die Daten wie Kosten für die Instandhaltung der Gebäude oder Energiekosten eingepflegt werden. Der Haken an der Sache: Genau das tun die Mitarbeiter offensichtlich nicht zur Genüge.

Zu diesem Ergebnis kam nun eine Untersuchung der Arbeitsabläufe im Amt 60 durch eine externe Beraterfirma. "Es mangelt an der Grunddatenverwaltung", steht in dem Bericht, der unserer Redaktion vorliegt. Das liege auch daran, dass die Mitarbeiter im Umgang mit der Software nicht ausreichend geschult worden seien.

Aus der unzureichenden Nutzung der Software entsteht laut Gutachten ein mangelhafter Überblick über die Einsparungsmöglichkeiten bei städtischen Gebäuden. Die Berater kommen zu dem Schluss, dass die Stadt vor allem im Bereich Schulgebäude über mehr Flächen verfügt als tatsächlich notwendig wären. Auch die Zahl der städtischen Wohngebäude - 25 sind es - sei ungewöhnlich hoch.

Das Gutachten hatte die Gemeindeprüfungsanstalt NRW, die die Kommunen unter anderem auf Wirtschaftlichkeit überprüft, in Auftrag gegeben. Dabei handelt es sich um eine Maßnahme aus dem Haushaltssanierungsplan, um Einsparpotenziale bei den städtischen Gebäuden festzustellen.

Der Bericht gibt im Bereich Schulgebäude Einsparpotenziale von rund 765 000 Euro an. Der Verkauf von Wohngebäuden würde ebenfalls eine erhebliche Summe einbringen. Schließlich empfiehlt der Gutachter, die Reinigung der Gebäude an Fremdfirmen zu vergeben, um Geld zu sparen.

Im Hauptausschuss, dessen Mitgliedern der Bericht nun erstmals zugänglich gemacht wurde, wurde das Thema am Dienstagabend diskutiert. Während die CDU-Fraktion das Gutachten schweigend zur Kenntnis nahm, äußerte die SPD lautstark Kritik an der Verwaltung. "Es kann doch nicht sein, dass wir so viel Geld für eine Software rausschmeißen, die dann nicht ordentlich genutzt wird", sagte Ratsmitglied Peter-Josef Fels.

Eine Schulschließung, die das Gutachten - wenn auch nur indirekt - empfiehlt, wollte keine der Parteien ernsthaft in Erwägung ziehen. Sehr wohl will die Verwaltung aber untersuchen, welche pädagogischen Konzepte wie viele Räume benötigen. Den Verkauf von Wohngebäuden schloss Bürgermeister Heinz Josef Dick aus, da diese zurzeit von Flüchtlingen bewohnt werden. Die Reinigung müsse aufgrund bestehender Arbeitsverträge auch weiterhin von städtischen Angestellten erledigt werden. Bis zu den nächsten Haushaltsberatungen soll der Politik eine Bestandsaufnahme der Wohngebäude mit Bewertung vorgelegt werden.

Quelle: NGZ
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