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Korschenbroich
Stadt spart bei der Musik

Korschenbroich: Stadt spart bei der Musik
In Mönchengladbach haben sich 310 Teilnehmer zu Jugend musiziert angemeldet. FOTO: Andreas Bretz
Korschenbroich. Korschenbroich bremst die Kosten für Unterricht an der Kreisjugendmusikschule: Nur noch 250 000 Euro im Jahr will die Stadt ab 2011 dafür zahlen. Auch Zuschüsse für Konzerte von Vereinen werden gedeckelt. Von Holger Hintzen

Korschenbroich ist eine Musenmetropole – gemessen an dem Geld, das die Stadt für Musikunterricht für ihre Bürger ausgibt. Bei 8,64 Euro pro Einwohner liegt der Betrag, den sie pro Jahr als Zuschuss an die Kreisjugendmusikschule zahlt, damit Korschenbroicher in den Genuss von Geigen-, Gitarren- oder Flötenunterricht kommen. Im Jahr 2007 läpperte sich das auf insgesamt 287 936 Euro, in diesem Jahr sind noch 263 000 Euro fällig. Im nächsten Jahr soll's allerdings etwas weniger sein. Die Ausgaben sollen auf maximal 250 000 Euro gedeckelt werden. Das hat zumindest der Kulturausschuss des Rates gestern Abend beschlossen. Weitere Sparmaßnahme ab 2011: Die Zuschüsse für Konzerte von Korschenbroicher Vereinen werden auf maximal 600 Euro gedeckelt.

Eine freiwillige Leistung

Mit diesen Sparbeschlüssen kürzt die Stadt nicht gerade üppig an den finanziellen Aufwendungen, die sie angesichts ihres Defizits noch freiwillig erbringt. Solche freiwilligen Leistungen sind Ausgaben, zu denen die Stadt nicht aufgrund eines Gesetzes gezwungen ist. In diesem Jahr sind das insgesamt gut 1,5 Millionen Euro – 13 000 Euro weniger an Zuschüssen für die Kreisjugendmusikschule fallen da kaum ins Gewicht. Für Bürgermeister Heinz Josef Dick ist das Limit jedenfalls ein "Signal": "Wir können nicht mehr alles subventionieren in der Höhe, wie wir es gerne täten." Wenn der Kreis und die Musikschule beim limitierten Korschenbroicher Beitrag mitziehen, wird die Deckelung wohl nicht ohne Auswirkungen bleiben. Künftig wird mit der Kreisjugendmusikschule, die auch Schüler in anderen Kommunen des Kreises betreut, nicht mehr nach Schülerzahlen, sondern nach Stunden abgerechnet.

Welches Angebot die Schule mit den 250 000 Euro aus Korschenbroich für die Stadt machen kann, muss sie selbst entscheiden. Eine Möglichkeit, den Aufwand den geringeren Finanzmitteln anzupassen wäre beispielsweise, verstärkt Gruppen- statt Einzelunterricht anzubieten, sagt Michaele Messmann, Leiterin des Korschenbroicher Kulturamtes.

Die gestern vom Kulturausschuss beschlossene Deckelung der Konzertzuschüsse verändert die bisherige Praxis ebenfalls. Bislang galt in Korschenbroich: Organisieret ein Vereine ein Konzert, übernimmt die Stadt bis zu 30 Prozent der ungedeckten Kosten. "Dies hat in Einzelfällen dazu geführt, dass Vereine hochkarätige Künstler mit entsprechend hohen Gagen engagiert haben und sich so die ungedeckten Kosten und damit der Zuschussbedarf stark erhöht hat", so die Stadtverwaltung. Mitunter wurden gar mehr als 2000 Euro Zuschuss gezahlt. Um weiteren Steigerungen einen Riegel vorzuschieben, soll ein Verein ab 2011 höchstens 600 Euro pro Konzert bekommen.

Quelle: RP
 
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