| 00.00 Uhr

Korschenbroich
Zwei, deren Kunst sich wunderbar ergänzt

Korschenbroich: Zwei, deren Kunst sich wunderbar ergänzt
Gerda Feiertag und Hilla Baecker stellen zusammen aus. FOTO: Detlef Ilgner
Korschenbroich. Fotografin Hilla Baecker und Malerin Gerda Feiertag stellen gemeinsam in der Niederrhein-Klinik aus. Von Rudolf Barnholt

"Wechselwirkung" heißt die Ausstellung von Gerda Feiertag und Hilla Baecker, die nun in der Niederrhein-Klinik eröffnet wurde. Die Exponate lassen sich den Künstlerinnen mühelos zuordnen: Von Feiertag stammt die Malerei, Baecker ist mit ihrer Fotokunst vertreten - wobei auch sie streng genommen schon mal malt, nämlich am PC im Zusammenhang mit der mehr oder weniger intensiven Bearbeitung ihrer Fotos.

Dass Fotos etwa rund um Schloss Dyck aufgenommen wurden, ist nicht erkennbar: Es geht Hilla Baecker aktuell vorrangig um Strukturen, weniger um die Motive. Diese Fotos sind nicht ganz einfach zu ergründen. Ganz anders dagegen ihre Fotografien, die sorgfältig arrangiert wurden: So legte die Fotokünstlerin eine Amaryllis auf ein Tuch mit Leinenstruktur oder setzte Äpfel in Szene. Statt Wein fotografierte sie Weintrauben in einem Glas, überließ dabei nichts dem Zufall. Und die Korschenbroicherin schafft sich mit ihren Fotografien die Welt ein bisschen so, wie sie ihr gefällt, indem sie Fotos gezielt bearbeitet, Gegenstände, die ihr gerade wichtig sind, hinzufügt.

Gerda Feiertag begann 2002 mit der Malerei. Auslöser war der Tod ihres damaligen Lebensgefährten. Sie verspürte den Drang, sich einiges von der Seele zu malen, nahm Unterricht unter anderem bei der inzwischen verstorbenen Marwine Neumayer, bei Veronika Roder und Renate Linnemeier. Von ihr griff sie die Idee auf, hohe schmale Holzformen - in diesem Fall Weinfassbretter - mit Personen zu bemalen, die aus einer nostalgischen Welt auferstanden zu sein scheinen. Es sind sehr romantische Motive zu sehen, und dabei hatte sich die Künstlerin vorgenommen, nie mehr Blumen zu malen. Diese Abkehr von einem gefassten Grundsatz wird damit zu tun haben, dass sie dieser Tage den früheren Modefotografen Hans Rachel Bosshammer heiratet. In der Klinik ist eine Gemeinschaftsarbeit zu sehen: Er steuerte ein Foto bei, sie erweiterte das Bild mit ihrer Malerei.

Feiertag, die aus Kaarst stammt und in Hochneukirch lebt, trägt Farbe gerne in vielen Schichten auf, achtet darauf, dass diese Arbeitsweise auch von den Bildern ablesbar ist. Besonders gut ist dies beim Stillleben "1. Advent" erkennbar. Die Ausstellung an der Regentenstraße 22 in Korschenbroich ist noch bis 11. Dezember zu sehen.

Quelle: NGZ
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Korschenbroich: Zwei, deren Kunst sich wunderbar ergänzt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.