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Knapp 30.000 Euro
22-Jährige räumt Konto des Vaters komplett leer

Krefeld. Weil sie das Sparbuch ihres Vaters entwendet und heimlich Geld abgehoben hatte, verurteilte das Schöffengericht am Donnerstag eine junge Frau zu einem Jahr und vier Monaten Haft auf Bewährung. Vor dem Gericht hat die 22-Jährige die Taten eingeräumt.

Der Vater hatte die Krefelderin zuvor als verfügungsberechtigt eingetragen. Die Erlaubnis, Geld abzuheben, sollte sie aber erst nach seinem Tod haben. Auf die Idee, dass sie die Vollmacht nutzt, um schon jetzt zu unverhofftem Geldsegen zu kommen, kam er wohl nicht.

Keinesfalls hatte der Mann damit gerechnet, dass die Tochter das Konto komplett leer räumt. Er erstattete Anzeige. Die Vollmacht hatte er für seine Kinder nur für den Fall seines Todes ausgestellt. Die 22-Jährige nutzte die Gelegenheit, im April bei einem Besuch das Sparbuch an sich zu nehmen. Zwischen Mai und Juli vergangenen Jahres hatte sie insgesamt knapp 30.000 Euro abgehoben. Außerdem bestellte sie auf den Namen ihrer Mutter Spielwaren, ohne zu bezahlen. Darüber hinaus räumte sie Betrügereien im Internet ein. Sie bot an, hochwertige Schuhe gegen andere Schuhe zu tauschen, sendete aber keine Ware zurück.

Das Reden übernahm der Verteidiger der jungen Frau. Sie sagte nur, dass sie sich derzeit in Behandlung einer Tagesklinik befinde. Während der kurzen Ausführungen des Anwalts, nach der die Frau die Schuld auf sich nehme, schluchzte sie fast ununterbrochen. Einzelheiten wollte sie nicht nennen. Was mit dem Geld geschah, blieb unklar.

Die Krefelderin ist bereits wegen Diebstahls und Bedrohung vorbestraft. Ihr Vater sagte nicht aus. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr und zehn Monate Haft beantragt. Ihr Verteidiger hielt eine Bewährungsstrafe von maximal einem Jahr für ausreichend.

(lam)
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