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Krefeld
A57: CDU gibt Tunnellösung auf

Krefeld. Zu teuer, unrealistisch: CDU-Fraktionschef Wilfrid Fabel glaubt nicht mehr daran, dass eine Tunnellösung für die A 57 auf Krefelder Gebiet finanziert wird. Er schlägt vor: Krefeld soll auf die "Einhausung" der Autobahn setzen. Von Jens Voss

soll sich von der Forderung, die A 57 im Bereich der Stadt in einem Tunnel verschwinden zu lassen, verabschieden. Dafür plädiert der Krefelder CDU-Fraktionschef Wilfrid Fabel. Als Grund gibt er die hohen Kosten für die Tunnellösung an. Realistisch ist es nach seiner Überzeugung nur, die Autobahn "einzuhausen", das heißt zu überdachen. Bisher gibt es einen Ratsbeschluss, wonach die Tunnellösung von der Stadt gewollt wird.

Die SPD kritisiert den Schwenk scharf. Dies schwäche die Position der Stadt in den Verhandlungen mit Bund und Land: "Eine Position, die man aufgegeben hat, braucht man nicht mehr in Verhandlungen einzubringen," sagte SPD-Fraktionschef im Rat, Ulrich Hahnen, auf Anfrage unserer Zeitung. "Jeder, der meint, sich vorzeitig von Ratsbeschlüssen verabschieden zu müssen, schadet der Sache und den Menschen." Mit Blick auf das für den 13. September geplante Treffen im Bundesverkehrsministerium mit den Krefelder Bundestagsabgeordneten sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Siegmund Ehrmann: "Fabel ist den Bundespolitikern zum allerschlechtesten Zeitpunkt in den Rücken gefallen."

Fabel fordert weiter, die Ausbauplanung über das Kreuz Moers hinaus bis Kamp-Lintfort auszudehnen. Der Ausbau der Autobahn von Kamp-Lintfort bis zum Kreuz Meerbusch mit einem Tunnelstück zwischen Gartenstadt und Oppum würde laut Fabel rund 550 Millionen Euro kosten. Im Verkehrswegeplan Bund seien 150 Millionen Euro für dieses Teilstück vorgesehen. Fabel: "Ich glaube nicht, dass wir irgendeine Chance haben, 400 Millionen Euro finanziert zu bekommen."

Die Einhausung (eine Komplettüberdachung) der A 57 würde laut Fabel nur 420 Millionen Euro kosten. Zur Finanzierung der fehlenden 270 Millionen sieht der CDU-Politiker zwei Möglichkeiten: eine Public-private-Partnership (PPP; private Investoren zahlen den Bau und kassieren "Miete" vom Staat) oder die Mauteinnahmen auf diesem Stück. Fabel: "Diese Einnahmen werden bei uns erzielt, und dann soll dieses Geld auch dazu verwendet werden, die zu schützen, die darunter zu leiden haben." Bislang gehen diese Einnahmen an den Bund.         

Vehement sprach sich Fabel auch gegen Pläne des Landesbetriebs Straßenbau aus, die B 288 (Berliner Straße / Krefelder Straße) zu einer Autobahn auszubauen. "Das ist Wahnsinn; da leben Menschen." Er sprach sich für die Südanbindung der A 57 an die B 288 über die Abfahrt Krefeld-Oppum vorbei am Naturschutzgebiet Latumer Bruch aus. Naturschutzbedenken wies er zurück: "Das Latumer Bruch würde nur an zwei Zipfeln berührt. Da sind für mich Kammmolche weniger schützenswert als Menschen. Und die, die das nicht wollen, sollen sagen, dass sie die Menschen mehr belasten wollen."

Quelle: RP
 
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