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Krefeld
Burma Bebop im Südbahnhof

Krefeld: Burma Bebop im Südbahnhof
Tim Isfort, Ingrid Misterek-Plagge und Georg Dammer (von links) stellten gestern im Südbahnhof das Programm der Muziek Biennale Niederrhein vor. FOTO: Lammertz
Krefeld. Muziek Biennale Niederrhein mit 60 Konzerten von 40 Veranstaltern: In Krefeld trifft Myanmar am 6. September auf Europa. Bei der aktuell geplanten Performance geht es aber nicht nur um die Musik, sondern auch um Tanz. Von Mojo Mendiola

Ganz der Musik von morgen ist die "Muziek Biennale Niederrhein" gewidmet, und diese Zukunft sieht man nicht zuletzt in den wunderbaren Klangblüten, die aus der Begegnung verschiedener Kulturen erwachsen. Ein in der so genannten "Weltmusik" erfahrener Veranstalter in Krefeld ist Georg Dammer von Werkhaus und Südbahnhof, und deshalb kommt Tim Isfort, bekannt als Musiker und künstlerischer Leiter etlicher zukunftsweisender Projekte, mit dem von ihm mit begründeten "Burma Bebop" auch in den Südbahnhof.

Zu den Besonderheiten der "Muziek Biennale Niederrhein" gehört es, dass dieses Festival keinen allein entscheidenden Intendanten im üblichen Sinne hat, sondern von einem ganzen Kollektiv niederrheinischer Intendanten bestritten und gestaltet wird, und allen anfänglichen Unkenrufen zum Trotz funktioniert dieses Konzept auch ganz ausgezeichnet, wie Ingrid Misterek-Plagge, Geschäftsführerin des "Kulturraum Niederrhein" und Projektkoordinatorin des Events mit insgesamt 60 Konzerten bei 40 Veranstaltern zufrieden berichtet.

Und so hatte auch Tim Isfort bei den Vorbereitungen freie Hand. Schon seit dem Jahr 2010 bereist er regelmäßig Myanmar, das alte Burma, wo sich in der Isolation einer fünf Jahrzehnte währenden Militärdiktatur eine weitestgehend traditionelle musikalische Praxis erhalten hat. In jüngster Vergangenheit öffnet sich das Land zumindest wirtschaftlich, und "wir versuchen, diesen Türspalt auch kulturell ein wenig weiter zu öffnen", erläutert der aus Mannheim stammende Isfort. Die Annäherung zwischen westlichen Musikern und den Burmesen, deren Musik Elemente aus Indien, Indonesien und weiteren Quellen beinhaltet, war dabei ein echtes Abenteuer. "Bass zum Beispiel funktioniert da ganz anders", lernte Isfort, "auch zeremonielle Gebote gilt es beim Musizieren zu achten, und allein die Kommunikation dort wird angesichts sprachlicher Barrieren und völlig anderer Umgangsformen immer wieder zur Herausforderung." Und all dies weiß Isfort anekdotenreich und spannend zu schildern.

Bei der aktuell geplanten Performance geht es aber nicht nur um die Musik, sondern auch um Tanz. Der Bebop ist nicht nur eine Stilepoche des Jazz, sondern auch ein Tanzstil, und in Myanmar wiederum sind vom Marionettenspiel abgeleitete Tanzformen populär. Deshalb hat man nicht nur den Pat Waing-Virtuosen Yangon Duwon und sein Instrumentarium mitgebracht, sondern auch den Tanz- und Gesangsmeister Li Nan Win. Europäische Flöten (Kim José Bode, Niederlande), lateinamerikanische Percussion (Pablo Paredes, Chile), ein Saxofon (Jan Klare, Deutschland) sowie Bass und neueste Elektronik von Tim Isfort selbst sind als weitere Zutaten dabei.

Konzert: Burma Bebop, Südbahnhof, 6. September, 20 Uhr, Karten 10 Euro, ermäßigt 6,50 Euro; telefonisch unter 02151 301812

Quelle: RP
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