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Krefeld
CDU: "Brauchen Pflegeheime in Quartieren"

Krefeld: CDU: "Brauchen Pflegeheime in Quartieren"
Britta Oellers ist Ratsmitglied, Arbeitsgruppenleiterin Jugend, Soziales, Gesundheit und Integration, stellvertretende Vorsitzende der CDU Fischeln und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Mehrere Investitionen in Pflegeheime in der City wackeln. Britta Oellers, stellvertretende Fraktionschefin der CDU, verteidigt den umstrittenen Beschluss zur Pflegebedarfsplanung. Der Schritt sei notwendig gewesen. Von Sebastian Peters

Nach der harschen Kritik am von der CDU mitgetragenen Beschluss der Pflegebedarfsplanung, der bis zu sechs Großinvestitionen in Krefeld bremsen könnte, verteidigt nun CDU-Ratsfrau Britta Oellers aus Fischeln die Entscheidung. "Wir als CDU haben es uns nicht einfach gemacht, das Thema lange diskutiert." Letztlich habe man dem Verwaltungsvorschlag zugestimmt, weil ansonsten ein Überangebot von Pflegeheimen in der Innenstadt drohe. "Wir sind überzeugt, dass die Zukunft in wohnortnaher Betreuung liegt. Der Fischelner will in Fischeln in ein Heim, der Hülser in Hüls", sagt Britta Oellers. "Der Quartiersgedanke zählt für uns."

Hintergrund: Der Rat hatte vor einer Woche eine "verbindliche Bedarfsplanung" für Seniorenheime verabschiedet. Damit müssen Investoren, die ein Pflegeheim bauen wollen, von der Stadt eine "Bedarfsbestätigung" bekommen. Die Stadt kann den Bau von Pflegeheimen also steuern. Derzeit gibt es sechs Projekte solcher Art, die citynah gebaut werden sollen. Für die Stadt ist dies mit Kosten verbunden. Nur 50 Prozent der Heimbewohner können die Kosten selbst tragen. In den anderen Fällen muss sich die Stadt an den Pflegekosten beteiligen, wenn eine Bedarfsbestätigung für das Heim vorliegt. Laut Oellers bedeutet dies bei einem Pflegeheim mit durchschnittlicher Größe jährliche Kosten für die Stadt in Höhe von 800 000 bis einer Million Euro.

Der finanzielle Aspekt sei allerdings nicht der primäre für die CDU gewesen, sagt Oellers. "Ich halte die Entscheidung für wichtig für Krefeld. SPD und FDP, die gegen die Bedarfsplanung gestimmt haben, machen daraus ein Bauthema. Für uns als CDU ist dies aber ein soziales Thema." Man wolle gewährleisten, dass die Senioren in ihrem Stadtteil bleiben, dass die Anbindung zur Kirche, zur Nachbarschaft, zu Freunden erhalten bleibt. "Wir haben uns nicht gegen Investoren entschieden, sondern für die älter werdenden Menschen."

Es könne nicht sein, dass jedes Bauprojekt in Krefeld größerer Art immer mit Pflegeplätzen geplant sei, kritisiert Oellers. Grundsätzlich gelte für sie: ambulant vor stationär. Sie fordert, dass sich die Seniorenheime neu aufstellen, im Quartier verankert sind. "Man muss sich auf die Bedarfe der Senioren einstellen, vielleicht erst einmal nur Essen anbieten, dann auch Wäscheservice." Einige Heime würden das bereits so praktizieren. "Eine Pflegebedarfsplanung schadet keinem Seniorenheim mit einem guten Konzept", sagt Oellers, die anmerkt, dass es Pflegekräftemangel gibt, dass also längst nicht für jedes Heim ausreichend Pfleger zur Verfügung stehen könnten. Sie betont auch, dass der jetzige Beschluss keinen Baustopp auf Ewig bedeute.

"Theoretisch kann der Bedarf jedes Jahr neu geprüft werden." Nach Auskunft von SPD und FDP droht nun ein Planungsstopp für das Stadtbad, das RWE-Gelände und das Haus am Südpark. Oellers sagt: "Wir wissen ja in jedem Einzelfall noch nicht einmal, ob der Investor auch einen Betreiber für sein Projekt hatte." Das RWE-Gelände sei ursprünglich ohne Pflegeplätze geplant gewesen. Wenn also ein Projekt scheitert, dann muss das nicht zwingend am Beschluss zur Pflegebedarfsplanung gelegen haben. "Auch ohne Bedarfsplanung sind Projekte seit Jahren nicht realisiert worden."

Aktuell hat Krefeld 26 Seniorenheime, das 27. entsteht gerade an der Gutenbergstraße. Vier Heime sind städtisch, der Rest wird von freien Trägern betrieben. "Die Trägervielfalt muss gewährleistet sein", sagt Oellers.

Quelle: RP
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