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Krefeld
Der Krankenstand in Krefeld steigt

Krefeld: Der Krankenstand in Krefeld steigt
Holger Heynckes, Leiter der DAK-Gesundheit Krefeld, und Helmut Eich, Chefarzt im Alexianer Krankenhaus (rechts). FOTO: Lammertz
Krefeld. Muskel-Skelett-Erkrankungen sind weiter auf dem Vormarsch, rund 80 Prozent der Erwerbstätigen leiden unter Schlafproblemen. Von Christine van Delden

Die Krankenkasse DAK-Gesundheit hat ihren aktuellen Gesundheitsreport für Nordrhein-Westfalen und den Niederrhein vorgelegt. Holger Heynckes, Leiter der DAK-Gesundheit Krefeld, erläutert, dass der Krankenstand in Krefeld und am Niederrhein 2016 entgegen des Landestrends etwas angestiegen sei: Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte zu. Auf Platz eins der Krankentage liegen Muskel-Skelett-Erkrankungen, wie zum Beispiel Rückenschmerzen. Hier verzeichnet die Kasse einen Zuwachs von fünf Prozent. Dagegen seien Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen leicht rückgängig. Deutlich rückgängig seien Atemwegserkrankungen, wie Bronchitis oder Sinusitis.

In jedem Jahr erscheint der Gesundheitsreport zu einem bestimmten Schwerpunktthema. 2017 stehen "Schlafstörungen - ein unterschätztes Problem" im Mittelpunkt. Die Zahlen der Untersuchungen durch die DAK sind alarmierend: Danach leiden knapp 80 Prozent der Erwerbstätigen in NRW unter Schlafproblemen. Verglichen mit einer Untersuchung aus dem Jahr 2010 ist dies ein Anstieg von 65 Prozent. Schwere Schlafstörungen haben sich seit 2010 sogar verdoppelt. Das wirkt sich spürbar auf die Zahl der Krankmeldungen aus: Die Fehltage aufgrund von Schlafstörungen stiegen um rund 110 Prozent auf jetzt 5,18 Tage je 100 Versicherte.

Die große Mehrheit der Menschen in NRW versucht, allein mit den Schlafproblemen zurechtzukommen und geht nicht zum Arzt. Helmut Eich, Chefarzt im Alexianer Krankenhaus versucht dieses Phänomen zu erklären mit der "großen Dunkelziffer der freiverkäuflichen Medikamente oder auch Alkohol". Der Mediziner warnt eindringlich vor Alkoholkonsum im Zusammenhang mit Schlafproblemen: "Durch Alkoholkonsum gelangt man nicht in die gesunde Schlafarchitektur der einzelnen Schlafphasen."

Die Ursache für die Schlafprobleme sind laut Gesundheitsreport 2017 unter anderem die Arbeitsbedingungen, wie beispielsweise Nacht- oder Schichtarbeit. Überstunden, fehlende Pausen oder ein hohes Maß an Erreichbarkeit stellen weitere Risikofaktoren für Insomnien also Schlafstörungen dar. Viele Arbeitnehmer sorgen aber auch selbst für schlechten Schlaf. Der Bericht gibt darüber Auskunft, dass 82 Prozent der Erwerbstätigen in NRW vor dem Einschlafen Filme oder Serien schauen; etwa 70 Prozent beschäftigen sich noch am Laptop, Smartphone oder Tablet, erledigten noch dienstliche E-Mails oder die Planung des nächsten Arbeitstages. "Viele Menschen haben nachts das Smartphone an der Steckdose, können ihre eigenen Akkus nicht mehr aufladen", so Heynckes. Die Beschwerden, die Schlaflosigkeit verursachen, müssten ernst genommen werden betont der Krefelder DAK-Chef, denn "chronisch schlechter Schlaf kann der Gesundheit ernsthaft schaden." Eich plädiert für Entschleunigung: "Die globale Bedrohung ist größer geworden; wir holen uns die Nachrichten aus der Welt tagtäglich in unser Haus. Die privaten Sorgen belasten und darüber hinaus fühlen sich viele Menschen häufig gestresst. Hier wäre es von großer Wichtigkeit für eine sogenannte Schlafhygiene zu sorgen: für ein ritualisiertes Zubettgehen; eine angenehme Schlafumgebung, ein gesunder Biorhythmus und Entspannungsverfahren können erfolgreiche Präventionsmaßnahmen sein."

Quelle: RP
 
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