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Bahngipfel
Krefeld fordert Nachtnetz und 20-Minuten-Takt

Der lange Weg zum Rhein-Ruhr-Express
Der lange Weg zum Rhein-Ruhr-Express FOTO: VRR
Krefeld. Bei einem prominent besetzten Treffen im Rathaus äußerten Politik und Stadt den Wunsch einer besseren Bahnanbindung. Krefeld werde gegenüber dem Ruhrgebiet klar benachteiligt. Von Sebastian Peters

Mit Neid schauen die Krefelder auf die Bahnanbindung der Nachbarstädte im Ruhrgebiet: S-Bahn-Verbindungen im 20-Minuten-Takt, Zugfahrten in der ganzen Nacht - paradiesische Zustände für Bahnfahrer. Durch Krefeld fahren zwar nachts auch Züge, aber die haben keine Fenster, transportieren nur Güter. Die Bahnanbindung Krefelds soll sich nun verbessern: Auf Initiative von Grünen, CDU und SPD hat die Stadt jetzt erstmals einen "Niederrhein-Dialog Schienenverkehr" einberufen, der im Rathaus getagt hat. Mit dabei: Prominente Vertreter von Kommunen und Verbänden.

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Dringlichster Wunsch der Krefelder Vertreter: Der VRR soll zwei neue Linien einführen, die jeweils über Krefeld führen - eine von Mönchengladbach in das Ruhrgebiet, die andere von Kleve nach Düsseldorf. Mit der Taktung einer S-Bahn, also 20-minütig und und bei Nacht, sollen die Züge auf dieser Strecke unterwegs sein. Ob dabei tatsächlich S-Bahnen fahren sollen oder am Ende doch Regionalbahnen, das ist für die Krefelder Politiker eher zweitrangig. Wichtig ist, dass es überhaupt eine Anbindung gibt.

Im Planungsausschuss am Mittwoch berichtete Ratsfrau Gabi Schock (SPD), mit Jürgen Wettingfeld (CDU) und Daniel John (Grüne) Initiatorin des Bahngipfels, kurz von den Zielen, die Krefeld dort formuliert hat.

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Die Hoffnung der Politik, dass die Intercityverbindung 2222 nach Berlin schnell ausgebaut wird, ist eher gering. Mehr wird nun darauf gesetzt, dass Krefeld schneller an die Intercityhalte in Duisburg und Düsseldorf angebunden wird. "Wir haben nur Alibi-Fernverkehr, das können wir uns nicht länger bieten lassen", sagte im Ausschuss Grünen-Ratsherr Daniel John, der an vorderster Front für die bessere Anbindung Krefelds kämpft. Klar ist aber auch, dass Krefeld dafür wird zahlen müssen. "Wer bestellt, muss auch bezahlen", sagt Jürgen Wettingfeld.

Es gab kleine Hoffnungsschimmer für Krefeld beim Gipfel: Eine bessere Flughafenanbindung mit einer neuen U-Bahn 81 vom Düsseldorfer Norden in Richtung Krefeld scheint möglich. Ein Sprecher des VRR machte deutlich, dass im ersten Abschnitt von Düsseldorf zum Flughafen gebaut wird, im Jahr 2016 dann eine Machbarkeitsstudie für eine Weiterführung über den Rhein nach Krefeld/Meerbusch/Neuss erstellt werden soll.

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"Der Niederrhein-Bahngipfel sollte der Startschuss sein", sagte Gabi Schock. Angaben zu den Reaktionen der anderen Kommunen machte sie im Ausschuss zwar nicht. Wer sich allerdings gestern bei Teilnehmern erkundigte, der konnte erfahren, dass die Krefelder Pläne nicht auf ungeteilte Zustimmung stießen, andere Kommunen eigene Pläne haben. Konkret geplant ist etwa die Verlängerung der S-Bahn-Linie 28 von Wuppertal über Düsseldorf, Neuss, Viersen in Richtung Niederlande - an Krefeld fährt auch diese S-Bahn allerdings nur vorbei.

Quelle: RP
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