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Krefeld
Erste Betriebs-Kita Krefelds eröffnet

Krefeld: Erste Betriebs-Kita Krefelds eröffnet
Eröffnung: NRW-Ministerin Ute Schäfer (SPD) mit den Landtagsabgeordneten Britta Altenkamp, Ina Spanier-Oppermann sowie Bürgermeister Frank Meyer. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Krefeld. Siemens hat in Uerdingen die Kindertagesstätte "SieKids Rail Kids" eröffnet - eine NRW-Ministerin kam zur Eröffnung. Von Otmar Sprothen

Die Mitarbeiter von Siemens in Uerdingen können ihre Kinder künftig nah am Arbeitsplatz betreuen lassen. Krefelds erste betriebsnahe Kindertagesstätte ist gestern offiziell in Uerdingen eröffnet worden. Für drei Millionen Euro hat die Firma Siemens in unmittelbarer Nachbarschaft zum Werksgelände auf einem 3500 Quadratmeter großen Grundstück an der Uerdinger Adolf-Dembach-Straße eine 1000 Quadratmeter große Kindertagesstätte errichtet, in der bis zu 60 Kinder im Alter von vier Monaten bis zum Schuleintritt in vier altersgemischten Gruppen betreut werden, die neben Kindern von Siemens-Betriebsangehörigen auch Kinder aus Uerdingen, Elfrath und Gartenstadt besuchen.

Um zu unterstreichen, wie sehr das Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf die nordrhein-westfälische Landesregierung beschäftigt, war auch Familienministerin Ute Schäfer (SPD) nach Krefeld gekommen. "Betriebskitas sind eine notwendige Gemeinschaftsaufgabe von Wirtschaft und Staat", sagte Schäfer. "Davon profitiert die Wirtschaft: Der Krankenstand sinkt, unbelastete Mitarbeiter sind engagierter." Sie erlebe, dass in den letzten Jahren immer mehr Firmen betriebseigene Kitas aufmachen würden. Innerhalb von fünf Jahren habe das Land seine Ausgaben für Kitas auf zwei Milliarden Euro verdoppelt.

Blick auf das Außengelände der Kindertagesstätte "Sie Kids Rail Kids". FOTO: Thomas Lammertz

Carmen Waibel, die Leiterin des Siemens Fachcenters Diversitiy Management, ergänzte die Gedanken der Ministerin: Hochqualifizierte Fachkräfte würden sich heutzutage verstärkt für ein Unternehmen entscheiden, das mehr biete als einen interessanten Arbeitsplatz. Es gelte außerdem, Mitarbeitern mit Kindern einen schnellen Wiedereinstieg in den Betrieb zu ermöglichen. 2005 habe der Siemens-Vorstand in einem Beschluss die Einrichtung von 2000 betriebseigenen Kita-Plätzen für 2015 angepeilt. "Dieses Ziel werden wir erreichen", versicherte Waibel. "Derzeit haben wir 1900 Plätze eingerichtet. Im Oktober eröffnen wir eine Kita in Bocholt und weitere in Berlin und München." In NRW unterhält Siemens 350 Kita-Plätze für Betriebsangehörige. Pädagogischer Träger der Betreuung für "SieKids Rail Kids" ist der Bezirksverband Niederrhein der Arbeiterwohlfahrt (AWO), mit dem Siemens seit 2009 kooperiert.

Der etwas sperrige Name der Uerdinger Einrichtung "Siekids Rail Kids" verweist auf das bei Siemens Deutschland entwickelte "Siekids"- Konzept, das neben einer Hinführung zu Natur und Technik auch eine bilinguale Spracherziehung vorsieht. In jeder hochwertig ausgestatteten Kita-Gruppe arbeiten eine Deutsch sprechende und eine Englisch sprechende Erzieherin mit den Kindern. So trugen die Kleinen mit Begeisterung auf der kleinen Bühne ein englisches Bewegungslied "The wheels on the bus go round and round..." und danach das deutsche Lied vom Regentropfen vor.

Der zweieinhalbjährige Bela hat unter der Aufsicht seiner Mutter Eva Hahn das im Sandkasten stehende Kletterhaus entdeckt. Eva Hahn ist glücklich, einen Gruppenplatz für ihren Sohn erhalten zu haben, obwohl weder sie noch ihr Mann bei Siemens arbeiten. "Mein Mann ist Außendienstler mit stark wechselnden Arbeitszeiten, da nützt es auch nicht viel, wenn die Siemens-Kita Öffnungszeiten von 7 bis 18 Uhr bietet", bedauert die junge Mutter. Nachdem ihr Mann zwei Monate Elternzeit genommen hatte,wechselte sie auf eine halbe Stelle. Hahn lobt die Flexibilität der Kita in der Eingewöhnungsphase der Kinder, die individuell auf die Bedürfnisse der Kinder eingehe. Toll sei auch die Küche, die täglich frisch koche.

Jugendamtsleiter Gerhard Ackermann freut sich über die wachsende Zahl von Betriebskindergärten: "Siemens ist der erste, demnächst wird die Firma Fressnapf in Linn eine Betriebs-Kita öffnen und in Hüls später eine dritte eines Privatinvestors dazu." Ackermann fühlt sich durch die erweiterten Öffnungszeiten der Betriebs-Kitas nicht unter Druck: "Man muss bei einer neunstündigen Öffnungszeit auch das Kindeswohl im Auge behalten." In der letzten Zeit habe sich im Kita-Bereich viel getan. So entwickelten die Kitas eigene Bildungsprofile.

Bürgermeister Frank Meyer hob in seinem Grußwort hervor, dass sich das Unternehmen Siemens mit dieser Betriebskita einmal mehr zum Standort Krefeld bekenne. In Krefeld gebe es noch Nachholbedarf bei der Berufstätigkeit von Frauen. Dabei sei die Stadt bei einem Städteranking auf einem der untersten Plätze gelandet.

Die reibungslose gute Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen der Stadt Krefeld hob der Krefelder Siemens-Standortleiter Ulrich Semsek hervor. Die Stadt habe alle Steine schnell aus dem Wege geräumt.

Quelle: RP
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