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Krefeld
Fall Luca: Polizei sucht weißen Audi

Krefeld: Fall Luca: Polizei sucht weißen Audi
Wer kann Hinweise auf den Aufenthaltsort des sechsjährigen Luca machen, der seit vergangenem Freitag vermisst wird. FOTO: Polizei
Krefeld. Bei der Suche nach dem sechsjährigen Luca aus dem Krefelder Kinderheim Marianum, der seit vergangenen Freitag vermisst wird, konzentriert sich die Polizei auf die nicht sorgeberechtigte Mutter. Die soll mit ihrem Lebensgefährten und dem Kind in einem weißen Audi 80 mit dem gestohlenen Kennzeichen DU-S 1964 auf der Flucht sein. Von Norbert Stirken

Der Abschied von dem sechsjährigen Luca ist der Mutter nach einem genehmigten Besuch an einer Krefelder Grundschule am vergangenen Donnerstag laut Zeugenaussagen emotional sehr schwer gefallen. Der Junge lebt im Kinderheim Marianum an der Hubertusstraße. Mutter und Vater wurde das Sorgerecht entzogen. Beide sollen aus dem Drogenmilieu stammen.

Seit einer Woche wird das Kind vermisst. Die Verantwortlichen im Kinderheim hatten die Polizei verständigt. Die Beamten vermuten, dass die 52-jährige Mutter, die in Duisburg lebt, den Jungen mitgenommen hat. An ihrem Wohnort war sie nicht anzutreffen. Nach einem öffentlichen Suchaufruf gingen zahlreiche Hinweise bei der Polizei ein. Demnach könnte die 1,62 Meter große und schlanke Frau mit rot gefärbten Haaren allein oder in Begleitung ihres Lebensgefährten in einem weißen Audi 80 älteren Modells mitsamt des Jungen auf der Flucht sein. Das Fahrzeug ist mit einem gestohlen gemeldeten Kennzeichen DU-S 1964 versehen. Inzwischen könnte das erneut ausgetauscht worden sein, glaubt die Polizei.

Der vermisste sechsjährige Luca lebt im Kinderheim Marianum an der Hubertusstraße. Die Polizei sucht nach ihm. FOTO: TL

"Wir gehen derzeit davon aus, dass Luca von seiner Mutter keine Gefahr droht, erklärte Polizeisprecher Daniel Uebber gestern auf Anfrage unserer Redaktion. Staatsanwaltschaft und Polizei verzichten entgegen ersten Absichten auf eine Öffentlichkeitsfahndung nach der Mutter mit Hilfe eines Fotos. Das würde unter Umständen den Fahndungsdruck so erhöhen, dass es zu Kurzschlusshandlungen kommen könnte. Das wollen die Strafverfolgungsbehörden aus guten Gründen vermeiden.

Im Internet in den sozialen Medien unterstützen zwei erwachsene Schwestern des Vermissten die Suche nach ihm. Sie haben auf Facebook Fotos von Luca mit Schulranzen und vom Lebensgefährten der Mutter veröffentlicht und bitten darum, ihren Hilferuf zu teilen. Bis gestern ist das knapp 15.000 Mal geschehen. "Unsere Mutter ist verdächtigt, unseren kleinen Bruder nach der Schule aufgegriffen zu haben. Sie ist NICHT sorgeberechtigt. Leider haben wir zur Zeit noch kein Foto von ihr, aber sie ist dann mit ihrem Lebensgefährten unterwegs. Deswegen habe ich von ihm ein Foto hinzugefügt. Bitte helft uns. Wir vermissen unseren kleinen Bruder sehr", heißt es in dem Post. Luca ist sechs Jahre alt, hat kurze dunkelblonde Haare und blaue Augen. Er ist von normaler Statur und etwa 1,20 Meter groß. Am Tag seines Verschwindens trug er eine grüne Jacke sowie einen schwarz-roten Schulranzen, auf dem rote Rennwagen (Disneymotiv "Cars") aufgedruckt sind.

Sollten sich die Vorwürfe gegen die Mutter bestätigen, droht ihr nach Paragraf eine Freiheitsstrafe 235 "Entziehung Minderjähriger" eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Die Entziehung Minderjähriger ist die Wegnahme einer nicht volljährigen Person von einem oder beiden Eltern, dem Vormund oder Pfleger. In Deutschland ist dies eine Straftat oder bei Gefährdung des Opfers ein Verbrechen. Sie fällt unter den Oberbegriff Entführung. Im schlimmsten Fall können es zehn Jahre Haft werden. Dann, wenn der Täter das Opfer durch die Tat in die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung oder einer erheblichen Schädigung der körperlichen oder seelischen Entwicklung bringt.

Hinweise von Zeugen werden an die Polizei Krefeld unter der Rufnummer 021516340 oder per E-Mail an hinweise.krefeld@polizei.nrw.de erbeten.

Quelle: RP