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Krefeld
Flüchtlinge verlassen im November die letzten drei Sporthallen

Krefeld. Die Verwaltung richtet einen Fachbereich "Migration und Integration" ein. OB Frank Meyer spricht von einem Stadion für Profifußball. Von Joachim Niessen

Oberbürgermeister Frank Meyer ist in Feierstimmung: Vor fast genau einem Jahr, am 21. Oktober, hatte der Sozialdemokrat seinen ersten Arbeitstag als Verwaltungschef im Rathaus - gestern zog er Bilanz.

Doch der erste Blick für Krefeld ging nach vorn: "Noch im November werden die Flüchtlinge die Sporthallen Glockenspitz, am Lübecker Weg und an der Lindenstraße verlassen", so Meyer. Unmittelbar danach werde er Handwerker beauftragen, die Hallen wieder in einen für den Sport funktionsfähigen Zustand zu bringen: "Ich hoffe, dass wir das über den Winter schaffen." Die Glockenspitzhalle sei allerdings schon vor dem Einzug der Flüchtlinge in keinem guten Zustand gewesen. Eine weitere - vor allem für 3400 Krefelder Asylsuchende - positive Nachricht: Die Zahl der inzwischen in Wohnungen untergebrachten Personen hat sich von 875 auf 1768 Flüchtlinge mehr als verdoppelt. "Selbst wenn der Strom wieder leicht ansteigen sollte, könnten Unterkünfte außerhalb von Turnhallen zur Verfügung gestellt werden", ergänzte Meyer. Und auch an einer anderen Stelle sieht sich der Verwaltungschef auf dem Weg, Nägel mit Köpfen zu machen: Im nächsten Jahr soll es in der Verwaltung einen neuen Fachbereich geben, der für "Migration und Integration" zuständig ist. "70.000 Menschen in Krefeld haben einen Migrationshintergrund", sagte Meyer. "Bei 240.000 Einwohnern verstehen wir uns daher als internationale Großstadt." Auf Nachfrage räumte der Oberbürgermeister allerdings ein, dass die derzeit zuständige "Ausländerbehörde in der Kommunikation nicht die Ergebnisse bringt, die wünschenswert wären. Integrations- und Ausländerthemen müssen künftig besser greifen." In den kommenden Wochen will die Rathausspitze unter anderem mit Verbänden und Institutionen erste Gespräche über die neue Struktur des Fachbereichs führen. Entscheidungen über personelle Besetzung sowie Dezernatszuordnung sind noch offen. Sie sollen Anfang 2017 getroffen werden.

Mit mehr Weitblick schaut Fußball-Fan Meyer auf die Krefelder Grotenburg. Auch der Oberbürgermeister fiebert dort seit Jahren mit dem KFC, der in der kommenden Saison durchaus in der Regionalliga spielen könnte. "Natürlich müssten dann in Absprache mit dem Verband kurzfristig einige Veränderungen am Stadion vorgenommen werden", so Meyer, der auch die fernere Zukunft im Auge hat: "Man soll den Verein jetzt erst einmal in Ruhe arbeiten lassen. Klar ist aber, dass eine Stadt mit 240.000 Einwohnern ein Stadion vorhalten sollte, in dem auch Profifußball möglich ist. Wer dann dabei was im Detail macht, darüber muss nicht heute gesprochen werden."

Aktuell beschäftigt sich der Oberbürgermeister unter anderem mit den städtischen Finanzen. "Krefeld steht heute besser da als vor zwölf Monaten", ist der Sozialdemokrat überzeugt. Der Haushalt sei auf dem Weg zu neuer Stabilität, die größte Verwaltungsreform der vergangenen Jahrzehnte in Angriff genommen worden und die Stadt werde ihrer Verantwortung für Kitas und Schulen besser gerecht. Fast 90 Millionen Euro werden bis 2020 in Neu-, Umbau und Sanierung der Schulen investiert, der U3-Ausbau werde mit 40 Millionen Euro unterstützt.

Beim geplanten Umbau der Verwaltung will sich der Oberbürgermeister nicht unter Druck setzen lassen: "Den CDU-Vertretern kann ich nur sagen, dass sie 40 Jahre gar nichts gemacht haben. Da lasse ich mich jetzt nicht treiben."

Quelle: RP
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