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Krefeld
Höfkens "Männerdämmerung"

Krefeld: Höfkens "Männerdämmerung"
Die Vorgeschichte zu seinem ersten Opern-Regieauftrag geriet Rüdiger Höfken reich an Haupt- und Nebenwegen. FOTO: Picaso
Krefeld. Den Feministinnen in seiner "Männerdämmerung" mal ungewohnte Steine des Anstoßes vorzuwerfen, das hatte Rüdiger Höfken beim letzten Kabarettkomplott zumindest andeutungsweise in Aussicht gestellt. Von Mojo Mendiola

Am Samstag gab er nun die offizielle Premiere dieses neuen Programms im Kulturpunkt Friedenskirche, und circa 120 Gäste hörten zu, als Musik aus der "Götterdämmerung" Großes erwarten ließ.

Ziemlich im Stress sei er momentan, erzählte Höfken, denn er habe zum ersten Mal in seinem Leben den Regieauftrag für eine echte Oper übernommen, eben für das anspielte Werk von Wagner - zwar nicht an einer großen Bühne, sondern in der Kita "Drachenkeks", aber immerhin. Und die Vorgeschichte zu diesem Job geriet ihm reich an Haupt- und Nebenwegen. Kurz gefasst ging es um die fünfte Hochzeit seines Freundes Erwin und um dessen Braut, eine gewisse Gertrude Sabuk-Wölfenkötter, die rein zufällig die Inhaberin der Kita "Drachenkeks" und Chefin einer ganzen Franchise-Kette von Kitas für Kids von snobistischen Eltern war.

Die Story war gespickt mit Anspielungen auf den Film "Fifty Shades Of Grey" und die erste deutsche Doku-Soap "Ehen vor Gericht", einer kleinen Good-Bye-Schlagerparade und Pointen wie: "Wenn sie ihn heute vor dem Sex fragt, ob er daran gedacht hätte, dann meint sie kein Kondom, sondern einen Kita-Platz." All dies war ursprünglich wohl als Rahmenhandlung des Programms gedacht gewesen, wurde auch am Ende wieder aufgegriffen, hatte aber offenbar eine überbordende Eigendynamik entwickelt.

Auch als Höfken die Kita dann erst mal verließ, begab er sich nicht sofort auf das Gender-Schlachtfeld, sondern unternahm noch einen ausgedehnten Streifzug durch das Gag-Repertoire seiner permanenten Midlife Crisis, um plötzlich bei der Feststellung zu landen, dass es wirklich blamabel sei, wenn Zehntausende unkontrolliert herumvagabundierender Leute, von denen man nicht mal genau wisse, wer sie seien, an jeder Straßenecke herumurinieren würden, während sich die frisch eingewanderten Flüchtlinge über das Benehmen der Oktoberfestgäste wunderten.

Erst danach kam Höfken auf Simone de Beauvoir zu sprechen, die einst nicht nur die Gleichberechtigung der Frau, sondern auch eine menschlichere Gesellschaft gefordert hätte. Dabei sei aber eher eine Vermännlichung der Frau und ihr Kampf um Vorstandsposten herausgekommen, während daheim die Frau die alleinige Oberhoheit über die Kleiderschränke beider Eheleute hätte, der Mann nicht einmal die über seinen eigenen. - Man hätte mehr draus machen können.

Quelle: RP
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