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Krefeld
Idee: Sommerfest und Bottermaat gemeinsam

Krefeld: Idee: Sommerfest und Bottermaat gemeinsam
Oldtimer-Shows - und auch Kutschenkorsos - gehörten jahrelang zu den Attraktionen des Hülser Sommerfests. Dazu bedarf es aber der Initiative der Bezirksverwaltung und der örtlichen Vereine. Zuletzt gab es nur eine armselige Kirmes. FOTO: bkö
Krefeld. Die jüngste Hülser Kirmes war nur noch ein trauriges Relikt des langjährig erfolgreichen Hülser Sommerfests, weil die Organisation der Bezirksverwaltung entzogen wurde. Ein Initiativkreis soll helfen, wieder ein Fest "aus Hüls heraus" zu gestalten. Von Jochen Lenzen

Als "beschämend" bezeichnete Klaus-Dieter Ohlig (FDP) in der Sitzung der Bezirksvertretung am Donnerstagabend die Kirmes, die sich am vergangenen Wochenende als mageres Relikt des traditionellen Hülser Sommerfests präsentierte. Bezirksvorsteher Hans Butzen (SPD) setzte noch einen drauf: "Ich würde eine solche Kirmes, die diesen Namen nicht verdient, nicht noch einmal eröffnen!"

Der Bezirksvorsteher kündigte die Gründung eines Initiativkreises "Rettet die Hülser Kirmes" an, der im Oktober oder November erstmals mit dem Ziel zusammenkommen soll, die Kirmes "aus Hüls heraus" zu organisieren. Dazu sollen Vertreter der Verwaltung, der Politik, des Bürgervereins, des Werberings sowie der Bottermaat-Organisatoren eingeladen werden. Letztere seien bestimmt dankbar, wenn Bottermaat und Sommerfest zusammengelegt würden, meinte Butzen unter dem Applaus der gut zwei Dutzend Zuhörer aus der Bürgerschaft. Die Chancen dafür dürften recht gut sein, denn mit Klaus-Dieter Ohlig und Barbara Kaltenmaier (CDU) gehören zwei Bezirksvertreter auch dem Organisationsteam des Bottermaats an.

Bis vor einem Jahr war noch die Bezirksverwaltung für die Organisation der Kirmes (mit Sommerfest) verantwortlich. Diese Zuständigkeit wurde den Vorortverwaltungen aber entzogen. Butzen und Timo Kühn (CDU) erinnerten an die Zeiten von Kurt Beckers und verwiesen auch auf die Verdienste des seit längerem erkrankten Thomas Pluschkell. Beide Bezirksstellenleiter hatten sich über viele Jahre erfolgreich um das Fest gekümmert und beispielsweise für Kutschen-Korsos und Oldtimer-Shows gesorgt. "Früher war es uns gemeinsam mit Vereinen gelungen, auch größere Fahrgeschäfte nach Hüls zu holen. Aber die Kosten für Transport und Personal insbesondere für große Fahrgeschäfte sind sehr hoch, und die Verwaltung kann uns heute ja keine Sonderpreise mehr einräumen", sagte Paul Müller, Vorsitzender des Schaustellerverbands Niederrhein in Krefeld. Und: "Der Kontakt zur Hülser Verwaltung ist ganz zum Erliegen gekommen." - Günter Föller (Grüne) brachte das Thema "Historische Kirmes" ins Gespräch. Solche Veranstaltungen mit Holzbuden und alten Fahrgeschäften zögen Besucher an. Schausteller Müller erklärte dazu, dass die Kollegen solcher Jahrmärkte Geld bekämen: "Die werden von den Städten subventioniert."

"Ob Sie vor Ort eine Kirmes wollen oder nicht, ist die Entscheidung der Bezirksvertretung. Die Organisation obliegt aber dem Oberbürgermeister, der das an uns übertragen hat", erläuterte Peter Mertens, Leiter des zuständigen Fachbereichs Zentraler Finanzservice und Liegenschafte. Im Einklang mit Schausteller Müller sagte er, dass es kleine Kirmesse ohne Ankerveranstaltungen heute sehr schwer hätten. Mertens schlug vor, im Januar einen Runden Tisch zum Thema einzuberufen, ein Vorschlag, den Butzen aber mit dem eingangs genannten Initiativkreis noch in diesem Herbst konterte.

Quelle: RP
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