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Krefeld
Kresch eröffnet Spielzeit mit Stück über Flüchtlinge

Krefeld. Mit einem Stück zum Thema "Integration" eröffnet das Kinder- und Jugendtheater Kresch am Dienstag, 8. September, seine Spielzeit. Das Drama "Weißbrotmusik" der Autorin Marianna Salzmann ist empfohlen für ab 14-Jährige und handelt von "drei Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die dazugehören wollen, aber in ihrer neuen Heimat längst nicht überall willkommen sind". "Vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingssituation ist das Stück durchaus programmatisch zu sehen", sagt Michael Jezierny, Leiter des Kresch-Theaters. "Deshalb erscheint in unserem Programmheft anstelle eines Vorwortes nur die Begrüßung 'Herzlich Willkommen' in verschiedenen Sprachen." Das Thema "Interkulturalität" habe allen Verantwortlichen unter den Nägeln gebrannt, und man wollte sich intensiv damit auseinander setzen, begründet Jezierny die Auswahl des Stücks.

Das Stück zeigt normale Situationen aus dem Leben dreier junger Menschen, die sich vor dem Hintergrund des "Nicht-Deutsch-Seins" zuspitzen. Verantwortlich dafür sind unter anderem eine ungewollte Schwangerschaft und eine chaotische Mutter. Die Jugendlichen leben in einer Welt, in der sie die "Kanaken" sind und die anderen für sie die "Weißbrote", aus deren Mündern nichts anderes kommt als immer wieder dieselbe "Weißbrotmusik". Das Stück ist inspiriert von den Vorfällen des 20. Dezember 2007, als zwei Jugendliche einen Rentner in der Münchener U-Bahn fast zu Tode prügelten, und von der daraus entstandenen Diskussion um den Zusammenhang zwischen Kriminalität und kulturellen Wurzeln.

"Nicht nur mit dem Stück, auch mit dem Ensemble geben wir ein Beispiel für interkulturelles Leben und machen klar, dass wir Deutschen nicht immer die Guten sind", betont Regisseur Helmut Wenderoth. Die Schauspieler Barbara Feldbrugge (Niederländerin und Deutsche), Jörg Eisentraut (Deutscher), Raphael Souza Sá (Brasilianer), Marie Joelle Wolf (Schweizerin und Deutsche) sowie Faris Metehan Yüzbasioglu (Deutscher mit türkischen Wurzeln) seien schon aufgrund ihrer kulturellen Voraussetzungen Experten für die im Stück angesprochenen Themen, so Wenderoth.

Auf Anfrage bieten Schauspieler und Regisseur Schülergruppen nach den Vorstellungen die Möglichkeit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Der Eintritt kostet zwölf Euro, ermäßigt fünf Euro für Schülergruppen von vier Euro pro Person. Kartentelefon: 02151 862626.

Quelle: RP
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