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Krefeld
Neu: Laden für Möbel-Trend "Upcycling"

Krefeld: Neu: Laden für Möbel-Trend "Upcycling"
Der Möbelladen der Familie Dahms liegt etwas versteckt in einem Handwerkerhof in Inrath. Gebrauchtmöbel dominieren aktuell das Angebot in der Halle. Stück für Stück sollen ausgewählte Teile in "Shabby Chic"-Möbel verwandelt werden. FOTO: TL
Krefeld. Alte, nicht mehr moderne Möbel werden durch frische Farbe aufgewertet und bekommen als "hippes" Wohn-Accessoire neues Leben eingehaucht. Ein Krefelder Jung-Unternehmer will diesen Trend jetzt in seinem Hinterhof-Laden zum Erfolg führen. Von Carola Puvogel

Wenn alles gut läuft, könnte der Hinterhof-Möbelladen ein Geheimtipp werden. Davon jedenfalls ist Johannes Dahms, der heute an der Pestalozzistraße in die Selbstständigkeit startet, überzeugt. Die Idee, mit der der 27-Jährige Kunden gewinnen will, ist ein Trend, der längst Metropolen wie London und Berlin erobert hat und Upcycling heißt. Gebrauchten Möbeln wird mit Hilfe von Farbe, Wachs und Schmirgelpapier neues Leben eingehaucht: Omas Vitrine in Eiche rustikal ist plötzlich kein Fall für den Sperrmüll mehr, sondern stattdessen hipper knallbunter Shabby-Chic-Hingucker.

"Die Shabby-Chic-Möbel gehen im Internet weg wie warme Semmeln", sagt Dahms, der seine Ware zum Teil auch online vertreibt. "Wir kommen mit dem Produzieren nicht nach." "Wir" sind dabei er selbst, zwei Angestellte auf Mini-Job-Basis und seine Frau Tanja, die sich allerdings zurzeit vor allem um die bald ein Jahr alte Tochter Lana-Cattleya kümmert. Am Upcycling hängt das Herz des Jungunternehmers. Damit das Unternehmen genügend Umsätze hat und gleichzeitig auch der Nachschub von Möbeln gewährleistet ist, die wieder hergerichtet werden können, setzt Dahms auf weitere Standbeine. Er bietet Hilfe bei Haushaltsauflösungen an. Einige der gebrauchten Möbel werden auf Kommission verkauft - ohne Upcycling. Und obendrein hilft Dahms noch bei Umzügen und Transporten. So ist die gemietete Halle im Handwerkerhof, in der Dahms seine Möbel anbietet, auch kein hippes Ladengeschäft, sondern eine mehr shabby als chice Location mit so bodenständigen Angeboten wie gebrauchten Küchenmöbeln und Schlafzimmer-Ausstattungen.

Die Upcycling-Werkstatt befindet sich im Untergeschoss. Sollte einer der Bereiche besonders gut laufen, will Dahms flexibel sein und sich in diese Richtung entwickeln. "Es kann ja schließlich auch sein, dass die Leute sich an den Shabby-Chic-Sachen nach ein paar Jahren sattgesehen haben." Das Geschäft will er aus eigenen Mitteln aufbauen, "erst mal klein anfangen".

Johannes Dahms ist mit dem Gebrauchtmöbelgeschäft seit Jahren vertraut, hat in einem Laden mit ähnlichem Konzept gearbeitet. Eigentlich hat er Mediendesign gelernt, merkte aber bald, dass dieser Beruf nicht der richtige für ihn ist. "Ich bin ein Verkäufertyp", sagt er von sich selbst. Als Verkaufsfahrer für einen Tiefkühl-Lebensmittel-Lieferdienst war er so erfolgreich, dass die Umsätze in seinem Gebiet durch die Decke gingen. "Leider schlug sich das nicht in meinem Verdienst nieder", erzählt er. "Auch das trug zu dem Entschluss bei, mich selbstständig zu machen."

Trotz insgesamt sechs weiterer Gebrauchtmöbel-Anbieter wie Emmaus sieht Dahms diesen Markt noch nicht gesättigt. Auch vor der offiziellen Eröffnung habe er schon einiges verkauft. Alle Elektrogeräte beispielsweise, seinen en bloc für die Verschiffung nach Afrika aufgekauft worden. Auch für das Online-Geschäft hat Dahms viele Ideen. Eine davon soll eine Plattform genannt "Made by Mom" werden. Dort kann jedermann handgefertigte Produkte "Selbstgemacht von Mama" anbieten. Mittelfristig ist außerdem geplant, Kurse zum Thema Upcycling anzubieten.

Quelle: RP
 
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