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Krefeld
Neue Ideen für das Kasernengelände

Krefeld: Neue Ideen für das Kasernengelände
Günther Porst, Vorsitzender des Bürgervereins Forstwald (links), und Professor Claudius Schmitz wünschen sich die Aufforstung des ehemaligen Kasernengeländes. Schmitz' Studenten haben jetzt in einer Präsentation Ideen für eine zukünftige Nutzung zusammengestellt - vom Kneipp-Pfad bis zum Kunst- und Bilderwald. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Das ehemalige Kasernengelände in Forstwald ist im Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche ausgewiesen. Studierende haben jetzt überlegt, wie man das Areal in die Kulturlandschaft integrieren und den Freizeitwert erhöhen könnte. Von Carola Puvogel

Eine Gruppe von Master-Studenten der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen hat im Rahmen eines Projektkurses Überlegungen angestellt, wie man das ehemalige Kasernengelände in Forstwald in die Kulturlandschaft integrieren und gleichzeitig für Bürger attraktiv gestalten könnte. Ihre Ideen für den Forstwald haben die Studierenden in einer Präsentation zusammengefasst - der Bogen spannt sich vom klassischen Trimm-dich-Pfad bis hin zum Kunst- und Bilderwald.

Beispiel aus Bayern: Im "Wald der Bilder" können entlang eines Natur-Kunst-Pfades Gemälde und poetische Texte auf Bäumen entdeckt werden.

Die Idee, Studenten mit dem Thema zu befassen, hatte der Vorsitzende des Bürgervereins Forstwald, Günther Porst. "Nach der kontroversen Diskussion zum Thema "Bebauung oder Aufforstung" war es mir wichtig, dass wir uns hier in Forstwald aus der Konfrontation herausbewegen, und eine konstruktive Strömung hineinbekommen, das platte 'Nein, wir wollen nicht bebauen' durchbrechen", berichtet Porst. Porst nahm Kontakt zu Claudius Schmitz, Forstwalder und Bürgervereinsmitglied, auf. Schmitz ist Marketing-Professor an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen. Sechs Studenten seines Master-Kurses bekamen die Aufgabe, unter der Überschrift "Naturraum bewahren, Attraktivität als Naherholungsgebiet herstellen", Ideen für das Kasernengelände und das angrenzende Waldgebiet zu entwickeln und in einer Präsentation darzustellen. Porst macht deutlich, dass das Projekt zunächst ausschließlich als Sammlung von Ideen zu verstehen ist. "Die Realisierung ist natürlich eine ganz andere Seite, darum geht es hier zunächst nicht." Die Ideensammlung sei kein "Kochrezept", sondern ein Denkanstoß für eine "konstruktive Phase".

Die Bandbreite der studentischen Visionen ist groß. Unter Zielvorgaben wie "Überregional Aufmerksamkeit erregen" über "Ganzjährige Naherholung muss möglich sein" bis hin zu "Schaffung eines grünen Leuchtturms" sehen die zukünftigen Marketing-Fachleute den Forstwald mit einem beleuchteten Laufpfad, mit einem Wald-Abenteuerspielplatz, Versammlungsorten für Theateraufführungen, einem Musikspielplatz aus Holz oder einem Garten, in dem Schul- und Kindergartenkinder lernen können.

Doch wie es mit dem rund zehn Hektar großen Gelände tatsächlich weitergeht, ist derzeit noch offen. Im neuen Flächennutzungsplan ist der Bereich als Baugebiet ausgewiesen. "Doch das heißt nicht, dass tatsächlich auch gebaut werden muss", betont Porst. Eigentümer des Areals ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Wie Silvia Auffahrt von der Bima auf RP-Anfrage mitteilt, würden derzeit keine Schritte in Richtung Vermarktung unternommen. Man warte nun darauf, dass Krefelder Politik und Verwaltung Planungsrecht schafften.

Vor rund zwei Jahren hatte die Bima nach Absprache mit der Krefelder Verwaltung, sagt Auffahrt, ein Exposé veröffentlicht, in dem das Gelände bereits als "Entwicklungsflächen in idyllischer Waldlage" beworben wurde. "Bebauungspläne können nach Bedarf vorhabenbezogen erstellt werden", hieß es dort weiter. Die - zum großen Teil negative - Reaktion der Forstwalder auf die frühzeitige Vermarktung des Geländes sei damals "wie ein Donnerhall" über die Bima gekommen, so Auffahrt. Deshalb würde jetzt erstmal abgewartet. "Wir können nur in die Vermarktung gehen, wenn ein Planungskonzept vorliegt. "Man kann keinen Käufer suchen, wenn man nicht weiß, in welche Richtung es geht, weil die Krefelder Politik nichts entschieden hat."

Wann es zu einer solchen Entscheidung kommen wird, scheint offen. Ein Stadtsprecher sagte gestern auf Nachfrage: "Derzeit wird seitens der Stadt Krefeld nicht in der Sache gearbeitet." Im neuen Flächennutzungsplan der Stadt, für den im Herbst noch ein sogenannter Beitrittsbeschluss durch den Rat gefasst werden müsse, sei die Fläche, wie berichtet, als Wohnbaufläche dargestellt.

Quelle: RP
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