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Krefeld
Neues Real-Konzept setzt aufs Einkaufserlebnis

Krefeld: Neues Real-Konzept setzt aufs Einkaufserlebnis
Ein spezielles Licht- und Raumkonzept soll den Einkauf zum Erlebnis machen. In den Gängen ist viel Platz für Kunden und Einkaufswagen. FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Die neue Markthalle von Real an der Hafelsstraße ist nicht mehr wiederzuerkennen. Von Bärbel Kleinelsen

Edel sieht sie aus, die neue Markthalle an der Hafelsstraße. Alles macht einen hochwertige Eindruck - das beginnt bereits bei den Einkaufswagen, die es jetzt nicht nur mit Babyschale, sondern auch in einer Art Rollator mit Sitzmöglichkeit für die ältere Generation gibt. Sitzgelegenheiten werden viele auch brauchen, kann man sich in dem 11 000 Quadratmeter großen Verkaufsraum doch gefühlt Tage aufhalten, ohne sich zu langweilen.

Es gibt viel zu entdecken. Für den schnellen Einkauf zwischendurch ist das erstmal nichts. Zu viel Neues stürmt auf den Kunden ein, der an dieser Stelle ein schlichtes, funktionales, von vielen als hässlich und veraltet empfundenes Warenhaus gewohnt war. Nun ist alles neu, und die Akzente sind vollständig verschoben. Die Verkaufsbereiche sind ansprechend gestaltet und setzen auf Wohlfühlmomente: So duftet es nach frisch geröstetem Kaffee, Brötchen oder Gebratenem. Wer Kinder mitnimmt, sollte noch mal ein Stündchen extra einkalkulieren, denn fast überall gibt es etwas zu entdecken.

In der neuen Markthalle können die Kunden bei vielen Produkten die Herstellung verfolgen und sich das Gekaufte vor Ort zubereiten lassen. FOTO: Strücken Lothar

Was Stammkunden sofort ins Auge fällt: Die Kassen sind verschwunden, früher beim Eintreten deutlich sichtbares Zeichen dafür, dass alles Schöne und Nützliche auch seinen Preis hat. "Wir wollten einen offenen Eingangsbereich, eine Art Marktplatz, der den Kunden mit Gerüchen, Farben und Atmosphäre empfängt und seine Sinne anspricht", erklärt Patrick Müller-Sarmiento, einer der beiden Real-Chefs, Chief Executive Officer oder kurz CEO genannt. So spaziert der Gast also zuerst in einen Bereich, in dem er auf vielfältige Art genießen kann. Exklusive Produkte wie Austern, Sushi oder ein Steak vom Kobe-Rind können auf Wunsch direkt vor Ort an einem der rund 110 Sitzplätze verzehrt werden. Es gibt aber auch deftige Suppen, Pizza, Flammkuchen oder Vegetarisches. Über 90 neue Mitarbeiter verstärken das "alte" 170-köpfige Team. Ein Grund: Viele Waren werden jetzt vor Ort frisch zubereitet, in der Bäckerei beispielsweise. Stolz erzählt CEO Henning Gieseke, dass bereits am ersten Tag 10.000 Brötchen zu 10 Cent verkauft wurden, was seiner Meinung nach auch ein Zeichen dafür sei, dass die Preise stimmten.

Neu ist auch, dass an vielen Stellen Probieren erwünscht ist. "Nur so können wir von unseren Produkten überzeugen", sagt Müller-Sarmiento. Ob die Probe eines mit 17,99 Euro relativ teuren Olivenöls zum gewünschten Verkaufsergebnis führen wird, das müssen die kommenden Monate zeigen. Interessant sind die Schnupper- und Geschmacksproben für den Kunden allemal, auch wenn ein Blick in die Einkaufswagen zeigt, dass viele trotzdem zu der gewohnten Produktpalette greifen, die eher im niedrigen Preissegment angesiedelt ist. "Aber das soll ja auch so sein. Wir wollen alle bedienen und familienfreundlich sein", sagt Gieseke.

Austern, frisch zubereitet oder zum Mitnehmen, sind nach Auskunft der Real-Leitung in den ersten Tagen "super" angekommen. 2000 wurden bereits verkauft. FOTO: Strücken Lothar

Anders als zuvor hat die Markthalle eine deutlich kleinere Elektro-Abteilung, die sich auf die Trends und das Zubehör beschränkt. Online wurde dieser Bereich jedoch erweitert. Auch große Sportgeräte sind nicht mehr vor Ort vorrätig. Dafür können sie an einem Terminal in den Shop bestellt werden und auch an der Kasse (ohne persönliche Daten zu hinterlassen) bezahlt werden. Der Versand direkt nach Hause kostet in den meisten Fällen.

Groß ist auch in der neuen Markthalle wieder die Spielzeugabteilung, die kaum einen Konsumwunsch der Kleinen offenlässt. In Sachen Bekleidung hat sich der Markt nun auf das Wesentliche spezialisiert wie T-Shirts, Unterwäsche oder Jeans. Um nicht den Überblick zu verlieren, stehen an vielen Stellen Laternenmasten mit Hinweisschildern. Wer zum ersten Mal dort ist, sollten den "Rundgang" wählen.

Ein Tipp vom Chef: Auf der linken Seite finden Kunden das "normale" Warensortiment, rechts wartet die "Ablenkung" durch schöne und gut schmeckende Dinge. Umsonst gibt es auch im zukunftsorientierten Warenhaus nichts. Und so findet der Kunde am Ende das, was er sonst zu Anfang sah: die Kassen.

Quelle: RP
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