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Cd-Tipp Dennis Hormes
Sahneschnittchen des Gitarren-Rock

Krefeld. Wenn einer im jugendlichen Alter von 14 Jahren schon imstande ist, einen alten Hasen wie Martin Engelien aus den Socken zu hauen, dann will das schon etwas heißen. Seitdem hatte der aus Kempen stammende Gitarrist Dennis Hormes 20 Jahre lang Gelegenheit nachzureifen, und die hat er weidlich genutzt. Als Studio- und Tournee-Musiker ist er mit etlichen Stars um die Welt gereist und hat außerdem in eigener Band seine ganz persönliche Handschrift entwickelt.

Inzwischen ist aus dem etwas ungestümen und gelegentlich überlauten Jimi-Hendrix-Epigonen von einst ein erwachsener Musiker geworden, der mit "Six String Therapy" gerade ein aktuelles Album vorgelegt hat.

Wer ein Tauchbad in der blues-verwurzelten Rock-Musik der späten 1960er und frühen 1970er Jahre erleben möchte, ohne dabei in Nostalgie zu ertrinken, liegt mit dieser CD genau richtig. Es scheint kaum einen Gitarren-Heroen jener Epoche zu geben, mit dem sich Hormes nicht intensiv beschäftigt hätte, und so kommen sie denn auf seinem Griffbrett auch alle mal vor - von Jimi über Deep Purples Ritchie Blackmore, Jethro Tulls Martin Lancelot Barre, Led Zeppelins Jimmy Page weiter zu Danny Kalb und Johnny Winter bis zu Robbie Robertson.

Aber Hormes covert oder zitiert nicht, er hat all diese Einflüsse und noch mehr zu seinem eigenen Stil verschmolzen, und älteren Hörern mag es zwar Spaß machen, hier und da alte Bekannte herauszuhören, aber bei Hormes klingt das gemischte Erbe so frisch, als sei es gerade erst erfunden worden.

Erstklassig begleitet von Robert Lindemann (Bass) und Jerome Lellouche (Schlagzeug) sowie Georg Mahr (Keyboards), Christian Moos (Percussion) und den Background-Stimmen Bonita Niessen, Katrin Biniasch und Dennis Eminger, hat Hormes ein rundes Dutzend eigener Titel eingespielt, die - von einigen etwas merkwürdigen Schlüssen abgesehen - alle rundum überzeugen, inklusive Hormes' Gesang.

An Abwechslung von druckvoll bis balladesk kann es bei der umfangreichen Hörerfahrung des Bandleaders gar nicht mangeln, "Fading" erinnert sogar in mehrfacher Hinsicht an Crosby, Stills, Nash & Young, und sogar die Beatles lassen kurz grüßen.

Anspieltipp: "Heart To Squeeze".

MOJO MENDIOLA

CD: Dennis Hormes, "Six String Therapy", A1 records 1150012, 18,99 Euro

Quelle: RP
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