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Krefeld
Schrottimmobilien: Grüne ernten Kritik für Wortwahl

Krefeld. Schrottimmobilien sind ein Reizthema in der Innenstadt, allzu saloppe Formulierungen im Einsatz für eine Aufwertung der City gleichwohl unangebracht. CDU sowie Haus und Grund kritisierten gestern die Äußerungen von Heidi Matthias, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Sie hatte gefordert, dass die Stadt größeren Druck auf die Eigentümer von vernachlässigten Immobilien ausübe und in dem Zusammenhang von "Quälen und Grillen" gesprochen.

Michael Heß, Jurist und Geschäftsführer von Haus und Grund, erklärte dazu, Problem- beziehungsweise Schrottimmobilien in Innenstädten seien immer ein Ärgernis, insbesondere für die Eigentümer der angrenzenden Immobilien, und gleichzeitig ein Hemmschuh für die Stadtentwicklung. Hier helfe allerdings keine populistische Forderung nach einem "Quälen und Grillen" der Immobilieneigentümer, sondern nur ein konsequentes "Fördern und Fordern".

Andererseits hat er auch Lob für die Vorschläge der Grünen zur Baupolitik in Krefeld parat: Der ganz überwiegende Teil der Vorstellungen der Grünen zur Innenstadtentwicklung sei immobilienwirtschaftlich sinnvoll und vernünftig; die Forderung nach einem "Quälen und Grillen" sei es nicht, sagte Heß.

Haus & Grund Krefeld fordert im ersten Schritt die Einrichtung eines Problemimmobilienkatasters, in dem neben dem Standort und dem Zustand der Immobilie vor allem die Eigentümerstruktur vermerkt ist, um daraus erste Rückschlüsse auf die Gründe für die Vernachlässigung der Immobilie ziehen zu können. Im Anschluss an die Problemanalyse sollen dann Lösungsstrategien erarbeitet werden. Dabei seien drei unterschiedliche Gruppen von Eigentümern zu berücksichtigen. Die mit der Bewirtschaftung der Immobilien überforderten privaten Eigentümer, die einen Teil der Immobilie noch selbst bewohnen. Immobilienfonds oder Portfolios von Versicherungen und Banken, die solche Immobilien in so genannten B-Städten wie Krefeld als Abschreibungsobjekte nutzen, und betrügerisch und kriminell handelnde Spekulanten.

Einen Schritt weiter geht die CDU. Fraktionschef Philibert Reuters sieht in den Grünen keine "vorstellbaren Partner für die positive Weiterentwicklung unserer Stadt". Er verweist unter anderem auf die ideologische Vision der Grünen von einer autofreien City.

(sti)
 
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