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Lokalsport
Pinguine: Neuanfang nach Übergangs-Saison

Krefeld. Eishockey: Beim Fanhearing sparten die KEV-Fans nicht mit Kritik. Aufsichtsrats Wolfgang Schulz bedankte sich für die positive Energie. Von H.-G. Schoofs

Exakt 252 Eishockey-Interessierte, die der Sicherheitsdienst des KöPa am Eingang zum Businessclub per Handgerät zählte, kamen gestern Abend zum Fan-Hearing der Krefeld Pinguine. Auf dem Podium standen Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz, Geschäftsführer Karsten Krippner und Trainer Franz Fitzmeier Rede und Antwort. Dank der professionellen Moderation von Stadionsprecher Kristian Peters-Lach, der mit seinem reichlichen Hintergrundwissen wichtige Themen anstieß, erfuhren die meist langjährigen und ganz treuen Anhänger der Schwarz-Gelben eine Menge, sparten allerdings auch nicht mit Kritik.

Es herrschte nach sehr langer Zeit mal wieder jede Menge Redebedarf zwischen Fans und Verantwortlichen. Das Verhältnis war seit Monaten nicht nur wegen der sportlich unglücklich verlaufenden Saison ziemlich unterkühlt. "Wo wollen wir alle gemeinsam hin?", fragte Kristian Peters-Lach zu Beginn der lockeren Talk- und Fragerunde. Natürlich in eine bessere und gesicherte Zukunft. Da waren sich alle einig. Der Trainer versprach, dass sich die Mannschaft weiter verbessern und in der Spitze verstärkt werde. Die Kritik eines Fans, sein Team sei zu langsam, zu nervös und nicht durchtrainiert, konnte er natürlich entkräften: "Das Preis-Leistungs-Verhältnis klafft bei uns nicht weit auseinander."

Wolfgang Schulz freute sich, dass so viele Fans gekommen sind: "Vielen Dank, das ist ganz toll, das gibt uns positive Energie." Zur aktuellen Finanzlage wollte er keine Auskunft geben: "Wir sind dabei, die Zahlen fleißig zu sortieren, und werden dann sehen, wo wir stehen. Wir müssen weiter auf die Kosten achten." Eine weitere Erhöhung der Eintrittspreise schließe er nicht aus: "Alles wird teurer. Der Beitrag für die Berufsgenossenschaft beträgt in diesem Jahr schon 530 000 Euro und wird nächstes Jahr noch mal erhöht." Auf den Hinweis eines Fans, die treuen Kunden nicht noch zu bestrafen, sagte er: "Wenn wir die Kosten nicht auffangen, ist das Krefelder Eishockey am Ende." Ein Fan wollte von ihm wissen, ob er noch Träume habe: "Ich habe 2003 die Meisterschaft mit erlebt. Das möchte ich noch einmal erleben. Das wird zwar schwer, ist aber mein Wunsch und mein Ziel." Die Angst vor einem Lizenzverkauf konnte er den Fans nehmen: "Ich stehe zu meiner Aussage, dass ich den neuen Mietvertrag, der drei Jahre läuft, erfüllen werde. Vorausgesetzt, ich bleibe gesund." Auch das Gerücht, der Aufsichtsrat lasse keine neuen Leute an sich ran, wiederlegte er: "Jeder ist herzlich willkommen, natürlich mit den entsprechenden Mitteln. Mitreden wollen viele, mit tun will keiner. Wir haben viele Gespräche geführt, aber außer Lippenbekenntnisse kam dabei nichts heraus. Es sind sogar Gesellschafter ausgetreten, die die Verantwortung nicht mehr mittragen wollen." Er betonte erneut, dass sich die GmbH in einer Übergangssaison befinde: "Sportlich habe ich mir das natürlich nicht so vorgestellt. Daher freuen wir uns, dass trotz des Tabellenstandes noch so viele Zuschauer kommen. Das gibt uns neuen Mut. Wir konnten im Umfeld nicht durchsetzen, was wir wollten und den finanziellen Rahmen nicht verbessern. Jetzt haben wir in der Geschäftsstelle massiv was verändert. Wir haben aus der Übergangssaison gelernt. Jetzt folgt ein Neuanfang." Es gab viele Anregungen und Kritik, die sich Karsten Krippner notierte. Ob die Probleme der Rollstuhlfahrer, das Angebot an Fanartikeln sowie die Sauberkeit oder das Catering im KöPa. "Ich komme morgen noch früher ins Büro", sagte der Geschäftsführer. Beim Fazit des Abends waren sich alle einig: Es muss wieder häufiger miteinander geredet werden. Und die Frage eines Fans, "wofür stehen die Pinguine eigentlich?", muss klar beantwortet werden. Nach dem frühen Ende der Eiszeit steht das Krefeld DEL-Eishockey vor einem spannenden Sommer.

Quelle: RP
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