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Henrik Schmidt
"Wir verheben uns finanziell nicht"

Krefeld. Der Gladbacher HTC bietet im Tennis ein breites Spektrum: Breitensport, Jugendarbeit, Senioren-Turniere und Herren-Bundesliga

Tennis Herren-Bundesliga und dazu ab Sonntag nun noch das einwöchige große Seniorenturnier Badwerk Cup: Beim Gladbacher HTC ist jede Menge los. Henrik Schmidt, "Macher" in beiden Bereichen und Ex-Präsident, erklärt, wie es funktioniert und welches Gesamt-Konzept dahinter steht.

2016 haben Sie das erste Badwerk-Cup-Jubiläum gehabt: die zehnte Auflage. Jetzt folgt die elfte - mit einem reduzierten Programm: Die offenen Klassen sind nicht mehr dabei. Weshalb?

Schmidt Ab diesem Jahr spielen wir den Badwerk Cup nur noch als ITF-Weltranglistenturnier. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum Einen ist es recht kompliziert, zwei Turniere parallel durchzuführen, da die offenen Klassen eine DTB-Veranstaltung waren und es dort ganz andere Turnierregeln gibt als bei der ITF, dem Welttennisverband. Selbst die Software für die Turnierorganisation ist unterschiedlich. Der entscheidende Grund ist aber, dass der Badwerk Cup nach zehn erfolgreichen Jahren nun eine Beförderung von in der Kategorie von zu vergebenden Weltranglistenpunkten erhalten hat: Er ist nun von Grade 3 in Grade 2 eingestuft worden (es geht von G1 bis G5 auf der Seniorentour). Das ist ein Riesenkompliment, bedeutet aber auch, dass wir erstmals die Doppel- und Mixedkonkurrenzen austragen müssen. Daher wären ganz einfach die Platzkapazitäten an ihre Grenzen gekommen.

Es ist die große Zeit der Turniere für Senioren und Seniorinnem im Rheinland: Da war soeben das mit Weltklassespielern gespickte Turnier German Seniors Open in Essen. Die Krefeld Open aus der DTB-Masters-Serie, das traditionsreichste Turnier auf diesem Niveau am Niederrhein, gehen am Sonntag zu Ende. Nun kommt der Badwerk-Cup, danach sind die Deutschen Meisterschaften in Bad Neuenahr. Ist die Nachfrage nach solchen Turnieren so groß?

Schmidt Ja, es ist enorm, wie das Seniorentennis stetig an Popularität gewinnt. Wir haben 220 Meldungen, und das, obwohl wir die offenen Klassen und die 30er Felder gestrichen haben. Im reinen Seniorenbereich müsste das bei uns Melderekord sein.

Wo ist der Badwerk-Cup sportlich einzuordnen? Wie groß ist das Teilnehmerfeld, welche Altersklassen sind besonders interessant und durch welche herausragenden Namen?

Schmidt Besonders gut besetzt sind wir in diesem Jahr in den älteren Konkurrenzen, insbesondere ab 60+. Urlaubs- und verletzungsbedingt fehlen in den jüngeren Jahrgängen leider ein paar unserer Stammgäste der letzten Jahre. Die haben sich aber schon für das nächste Jahr avisiert und mehrmals entschuldigt, dass sie nicht antreten können. Wir haben insgesamt weit mehr als zehn Spieler aus den Top 10 in Deutschland dabei.

In der Ersten Herren-Bundesliga tritt der GHTC mit Spielern aus den Top-100 der Welt an, könnte in diesem Jahr vielleicht sogar Deutscher Meister werden. Auf der anderen Seite der Badwerk-Cup für Senioren. Wie ist das alles finanziell zu stemmen?

Schmidt Wir verdienen mit dem Badwerk Cup Geld, da machen wir ein Plus. Die Bundesliga erfreut sich inzwischen großer Popularität, auch bei den Sponsoren. Es ist wirklich alles enorm viel Arbeit, das können sich externe Betrachter kaum vorstellen. Aber es macht sehr viel Spaß, und wir verheben uns finanziell nicht. Wir möchten unserem GHTC-Konzept aber auch treu bleiben. Wir sind ein Club für die ganze Familie, also für alle Altersklassen. Deshalb möchten wir Veranstaltungen in vier Bereichen anbieten: 1. eine gute Nachwuchsarbeit, 2. Spaß im Breitensport, 3. gut organisierte Seniorenveranstaltungen und 4. natürlich auch den Leistungssport.

Quelle: RP
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