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600 Meter langer Güterzug entgleist
Unbekannte verstellten Weiche in Krefeld

600 Meter langer Güterzug entgleist: Unbekannte verstellten Weiche in Krefeld
Die Waggons des 600 Meter langen Güterzugs haben für etwa eine Stunde lang die Forstwaldstraße gesperrt. FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. In Forstwald bei Krefeld ist am Montag eine Lok aus dem Hafen entgleist. Verletzt wurde niemand. Unbekannte hatten sich zuvor an den Gleisen zu schaffen gemacht. Werden die Täter ermittelt, droht ihnen eine Haftstrafe. Von Norbert Stirken

Klaus Lenz, Leiter der Hafenbahn, kündigte am Montag eine Strafanzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr an. Ein Unbekannter hat Montagmorgen einen Güterzug zum Entgleisen gebracht.

"Jemand hat die Weiche in Lindental umgelegt", erklärte Klaus Lenz, Leiter des Eisenbahnverkehrsunternehmens der Krefelder Hafen GmbH & Co KG - kurz Hafenbahn - am Montag auf Anfrage unserer Redaktion. Am Übergang zwischen Gripswald- und Randstraße habe die Hafenbahn häufiger Probleme, sagte er.

Bis in den Abend hinein waren die Verantwortlichen damit beschäftigt, den havarierten Zug wieder auf die Gleise zu setzen. Dazu mussten Matten ausgelegt werden, damit der Kran nicht in den Boden einsinkt. Der 600 Meter lange Güterzug war mit Eisenrohren beladen und auf dem Weg zum Kunden als die Lokomotive gegen 8.30 Uhr mit niedriger Geschwindigkeit entgleiste. Die Waggons blieben in der Spur und blockierten zunächst den Kraftfahrzeugverkehr auf der Forstwaldstraße. Nach rund einer Stunde war die Straße wieder frei, die Waggons abgekoppelt und von einer anderen Lok abgeholt.

Lenz kündigte an, Strafanzeige gegen Unbekannt wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr zu erstatten. "Das ist kein Kavaliersdelikt", sagte er.

Nach Paragraf 315 Strafgesetzbuch droht eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. Am Montag ging es glimpflich ab. Weder Personen noch Material kamen zu Schaden. Gleichwohl entstanden erhebliche Kosten, um die Bahn wieder aufs Gleis zu setzen.

Quelle: RP
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