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Krefeld
Was tun bei Drogenfunden - Rundbrief der Polizei an Schulen

Krefeld. In dem Schreiben werden richtige Verhaltensweisen erläutert. Anlass ist aber nicht eine Zunahme von Drogenfunden.

Die Polizei hat sich jetzt in einem Schreiben mit Verhaltensempfehlungen beim Fund von Drogen an alle Schulen gewendet. Das Schreiben stammt vom "Deliktsbereich Betäubungsmittel". Ziel der in drei Punkte gegliederten Empfehlung ist es, die Dokumentation eines Vorfalls möglichst effizient zu gestalten - dazu heißt es in dem Brief: "Ein den staatsanwaltlichen Anforderungen entsprechender, unterschriebener Kurzbericht erspart im Einzelfall die polizeiliche zeugenschaftliche Vernehmung des mit dem Vorfall beschäftigten Mitarbeiters der Lehrerschaft/Schulverwaltung." Die Polizei empfiehlt erstens, dass der Lehrer, der von einem Drogenfund erfährt, "zeitnah" einen "Kurzbericht" mit Datum, Uhrzeit, Ort, Namen der Beteiligten, Erreichbarkeit in der Schule und einem "Bericht über die Kernhandlung" aufschreibt.

Zum zweiten soll die Schulverwaltung die Drogen unter Verschluss nehmen und die Polizei informieren; zum Dritten sollen Kurzbericht und Drogen an die Polizeibeamten übergeben werden, die zur Schule kommen.

Anlass für das Schreiben war nach Auskunft der Polizei "ein interner Austausch zwischen den beteiligen Kommissariaten"; Ziel der Initiative sei die Qualitätssteigerung polizeilicher Sachbearbeitung. Hintergrund ist ausdrücklich nicht die Zunahme von Drogenproblemen an Krefelder Schulen. So hatte die Polizei im Jahr 2014 insgesamt sechs Fälle von Drogenkriminalität an Schulen festgestellt, 2015 wurde nicht ein einziger Fall registriert. Bei den Drogen handelte es sich überwiegend um Haschisch in Kleinstmengen.

Legt man diese Ergebnisse zugrunde, ist das zuweilen transportierte Bild vom Drogensumpf Schulhof nur ein Klischee und eine Legende.

Für die Polizei bleibt die Drogenprävention die wichtigste Strategie, um Jugendliche vom Konsum von Rauschmitteln abzuhalten.

(vo)
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