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Krefeld
Wie eine Stiftung der Natur Land zurückgibt

Die Tiere und Pflanzen vom Ulmenbusch
Die Tiere und Pflanzen vom Ulmenbusch FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Im Ulmenbusch ist ein kleines Paradies entstanden. Die Stiftung Krefelder Natur- und Kulturlandschaften hat das Niederwaldstück renaturiert - eine Oase für Pflanzen und Tiere. Von Christine van Delden

Im sonnendurchfluteten Niederwaldstück am Lookdyk, im sogenannten Ulmenbusch, umfängt einen paradiesische Natur: Es tummeln sich kleine Grasfrösche auf und unter moosbewachsenen Baumstämmen; Zitronen- und Aurorafalter, Erdhummeln oder Wildbienen finden Nahrung an mannigfaltigen Wildkräutern und den blühenden Himmelschlüsselchen. Dazu die Rufe von Kuckuck, Zilpzalp, Ringeltaube und Buchfink - um nur wenige der vielfältigen (Sinnes-)Eindrücke zu nennen.

Möglich ist dies durch die Arbeit des Nabu (Naturschutzbund Deutschland) und hier insbesondere durch die Stiftung Krefelder Natur- und Kulturlandschaften. Diese Stiftung, die seit 2003 besteht, ist Teil des Nabus. Sie kauft Flächen für den Nabu auf, renaturiert diese und stellt den ehemaligen Zustand her. Damit trägt sie maßgeblich zum Erhalt der Artenvielfalt bei "und auch zum Erhalt der Schönheit der niederrheinischen Landschaft", wie Bodo Meyer von der Nabu-Stiftung betont.

Der Nabu Krefeld/Viersen verfügt mittlerweile über etwa 43 Hektar Flächen und besitzt damit deutschlandweit das größte Grundeigentum. Das Stiftungsvermögen, das sich mittlerweile auf etwa 500.000 Euro beläuft, wurde in der Hauptsache von Krefelder und Viersener Privatbürgern zusammengetragen. "Wir schaffen Oasen, verteilt über das Stadtgebiet, um sie als Rückzugsorte für heimische Tiere und Pflanzen zu gestalten und zu pflegen", berichtet Sandra Joppen-Hellwig von der Stiftung Krefelder Natur- und Kulturlandschaften.

Zu den Arbeiten der Stiftung gehören ferner Pflegemaßnahmen der Landschaft, wie zum Beispiel Wiesenmahd, Obstbaumschnitt oder - im Fall des Ulmenbusches -, die Niederwaldpflege.

Der Ulmenbusch, ein Waldstück von knapp 9000 Quadratmetern, ist ein typisches Beispiel für die historische Waldnutzung, wie Meyer erklärt: Das Holz wurde immer wieder geschlagen und als Brenn- oder Bauholz verwendet. Dadurch entstanden Kahlflächen, die es wiederum bestimmten Pflanzen ermöglichten zu wachsen. "Es entstanden durch die stückweise Abholzung sogenannte Überlappungsbiotope, in deren Dynamik eine große Artenvielfalt entstehen konnte", so Bodo Meyer.

Lange Zeit wurde dieses Waldstück nicht mehr in der herkömmlichen Form bewirtschaftet und wuchs zu dicht zu. "Wir haben nach dem Erwerb der Fläche vor vier Jahren begonnen, die alte Niederwaldwirtschaft wieder zu betreiben und Gassen geschlagen. Jetzt ist Luft und Licht beispielsweise für die seltene und schützenswerte Orchideenart Listra ovata, das Großes Zweiblatt", erklärt Meyer und zeigt die kleinen Pflänzchen, die in etwa drei bis vier Wochen blühen werden. "Die Samen dieser Pflanzen liegen oft jahrelang im Boden und brauchen Licht als Keimreiz. Ohne das Auslichten würde sie hier nicht mehr blühen", sagt er und ergänzt: "Nur eine strukturierte Landschaft kann eine hohe Artenvielfalt hervorbringen - darin sehen wir unsere Aufgabe".

Kontakt: Stiftung Krefelder Natur- und Kulturlandschaften, Bodo Meyer, Friedensstraße 265, Tel.: 02151 43257. E-Mail: meyer@nabu-krefeld-viersen.de. www.stiftung-naturlandschaften.de

Quelle: RP
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