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Krefeld
Wild in Hülser Revieren stark reduziert

Krefeld: Wild in Hülser Revieren stark reduziert
FOTO: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)
Krefeld. Raubtiere haben den Bestand an Niederwild in den letzten Jahren stark dezimiert. Vor allem Bussarde, aber auch Krähen machen der Jagdgenossenschaft Sorgen. Die wählte jetzt Thomas Vennekel zu ihrem neuen Jagdvorsteher. Von Jochen Lenzen

Der Wildbestand in den vier Hülser Jagdrevieren ist erheblich zurückgegangen: Das ergibt die Zahl der erlegten Tiere. Schossen die Jäger 2008 noch 354 Hasen, waren es 2015 nur noch rund 175. Auch bei Kaninchen hat sich die Zahl auf etwa 75 halbiert. Gar um drei Viertel ging die Zahl der Fasane zurück auf 25. Nur die Zahl des erlegten Rehwilds blieb mit etwa 40 Stück konstant. "Raubtiere wie Bussard, Fuchs, Marder und auch Krähen haben das Niederwild dezimiert", berichten Johannes und Thomas Vennekel. Ersterer hat 38 Jahre lang das Amt des Vorstehers der Hülser Jagdgenossenschaft innegehabt. Bei der Jahresversammlung wurde jetzt sein Neffe einstimmig zum Nachfolger gewählt.

Das Niederwild wird im Frühling und nach dem Zuwachs erneut im Herbst gezählt. Die Differenz wird erlegt, wobei der von den Revierinhabern über Jahre hinweg festgelegte Mindestbesatz nicht unterschritten werden darf. "Vor allem wegen der stark vermehrten Bussarde, die nicht bejagt werden dürfen, mussten wir unsere Hühnerwiesen mit Maschendraht einzäunen und Netze darübergelegt", sagt Johannes Vennekel (78), der Jagdpächter und Jäger ist. "Noch mehr Sorgen machen uns die vielen Krähen, die nicht nur Jungtiere schlagen", ergänzt Thomas Vennekel. "Sie schädigen auch unsere landwirtschaftlichen Kulturen, reißen Pflanzen aus und picken Folien kaputt."

Neben den Raubtieren verursacht auch die großflächige Landwirtschaft die rückläufige Zahl an Wildtieren. "Es gibt immer weniger Saumstrukturen für das Deckungs- und Nahrungsangebot", erklärt Thomas Vennekel (42), der selbst Landwirt und Jäger ist. "Deshalb legen wir an den Feldern verstärkt Blüh- und Brachstreifen an." Ein entsprechendes Pilotprojekt mit der Unteren Landschaftsbehörde läuft seit zwei Jahren.

Die Jagdgenossenschaft ist der Verbund der Eigentümer der bejagbaren Grundstücke; der Jagdvorsteher ist deren Vorsitzender. Er hat deren Interessen zu vertreten und beispielsweise dafür zu sorgen, dass die Eigentümer ihre Jagdpacht bekommen, die er anteilmäßig verteilt. Er fungiert auch als Vermittler zwischen Jägern und Eigentümern, wenn an den Kulturen Wildschaden auftritt.

Die Hülser Jagdgenossenschaft besteht aus Jägern und Eigentümern von rund 1300 Hektar bejagbarer Fläche und hat diese Flächen in vier Jagdreviere aufgeteilt: Das Rehwildrevier im Hülser Bruch ist 215 Hektar groß, die gemischten Reviere Orbroich und Benrad/Hülser Bruch umfassen 418 beziehungsweise 338 Hektar. Das Feldrevier der Kempener Platte bringt es auf 345 Hektar. Pro Revier gibt es zwei Jagdpächter, die die Flächen mit ihren Freunden bejagen dürfen. Erlegtes Wild, das nicht dem Eigenbedarf dieser Gruppen dient, wird privat verkauft.

Quelle: RP
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