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Serie Krefelder Künstler Im Museum Kunstpalast
Zwei Maler der gedeckten Naturtöne

Serie Krefelder Künstler Im Museum Kunstpalast: Zwei Maler der gedeckten Naturtöne
Blick ins Atelier am Johannesplatz: Veit-Johannes Stratmann mit einer Öl/Tempera-Arbeit ähnlich der, die im Kunstpalast ausgestellt ist. Von Petra Fröning ist der 1,45 mal 1,35 cm große Holzschnitt auf Nessel mit dem Titel "Palm 2". FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Petra Fröning und Veit-Johannes Stratmann beschäftigen sich mit der Natur - in sehr unterschiedlichen Stilen. Stratmann liebt den plastischen Farbauftrag, Fröning bevorzugt Tusche. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten ihrer Großformate. Von Petra Diederichs

Wer zwei Künstler um ihre Definition von Farbe bittet, erhält zwei ganz unterschiedliche Antworten. Vor allem dann, wenn beide Leben und Atelierräume teilen. Für Veit Josef Stratmann ist Farbe eine Illusion, der man einen Körper geben muss - was sich in der Erhabenheit vom Malgrund zeigt. Für Petra Fröning ist sie ein Experimentiermedium, der Grundstoff, um Stimmungen zu erzeugen: Farbatmosphäre nennt sie das. In der NRW-Ausstellung "Die Große" im Düsseldorfer Museum Kunstpalast zeigen beide Krefelder Bilder in ganz unterschiedlichen Stilen, die sich bei genauer Betrachtung mit korrespondierenden Naturwahrnehmungen beschäftigen.

Stratmann, der seit 2001 die Freie Kunstakademie Rhein/Ruhr an der Vennfelder Straße leitet, ist der Mann für die üppigen Formate. Groß und raumfordernd wirkt sein Wald. "Forêt I" misst 1,47 mal 1,29 Meter. Tempera- und Ölfarbe hat Stratmann direkt aufs Holz gebracht. Die dicken Aufträge möchte man mit dem Finger nachzeichnen, sie versinnbildlichen die Struktur von wettergegerbter Rinde. "Die Stofflichkeit interessiert mich", sagt Stratmann. Die Plastizität soll Bewegung vorspielen. Je nachdem, wie sich das Licht an den Farbästen bricht, ändert sich der Eindruck. "Auch die Zahl der Baumstämme, die man wahrnimmt, variiert dann", sagt der Künstler.

"Forêt I" von Veit-Johannes Stratmann hängt im Kunstpalast: Tempera und Öl auf Holz, 147 x 129 cm groß. FOTO: Diederichs, Petra

Die Natur als gewaltiges Phänomen, schwerblütig und in gedeckten Erdfarben ist eines seiner großen Themen. Da kann und will er nicht verhehlen, dass er bei Per Kirkeby, dem bedeutendsten lebenden Künstler Skandinaviens studiert hat. Stratmann ist 1960 in Essen geboren. 1989 begann er sein Studium an der Frankfurter Städelschule bei Raimer Jochims. "Ich habe einen großen Bezug zur älteren Kunst. Aber dass man mir dort sagte, ich sei unmodern, habe ich nicht verstanden. Ich empfinde mich als modern", sagt er. "Ich glaube an Qualität in der Kunst. Als Maler will man ein Bild gewinnen - nichts ist schwieriger, als ein gutes Bild zu malen." Als er Kirkeby traf, war das für ihn ein Schlüsselerlebnis. Der Däne, der auch Geologe ist, entsprach in vielem der Art, wie Stratmann Kunst, Natur und das Verhältnis von beidem versteht. "Urgewalt" ist ihr größter gemeinsamer Nenner.

Stratmann malt gerne in der Natur. Petra Fröning bezeichnet sich als "Erinnerungsmalerin". Natur spielt auch bei ihr eine zentrale Rolle. Aber sie richtet den Blick auf den Mikrokosmos, lässt zarte Verästelungen, Blattmaserungen erahnen. "Auch ein See im Winter kann für mich der Beginn einer Serie sein", sagt sie. Die Ästhetik ist ihr wichtig in ihren Arbeiten, das schuldet sie ihrer Ausbildung. Sie ist 1972 in Siegburg geboren und hat zunächst eine Grafikausbildung gemacht. 1999 bis 2003 studierte sie an der Freien Akademie Rhein/Ruhr. Das Gefühl für Farben, dafür, sie so einzusetzen, dass sie Spannung oder Harmonie erzeugen, setzt sie seitdem malerisch und zeichnerisch um. Im Kunstpalast zeigt sie eine Tuschearbeit. Fröning folgt nicht der traditionellen chinesischen Tuschezeichnung. Sie arbeitet auf zwei Meter großem Nesseltuch. "Ich mag die großzügige Malerei, diese Flüchtigkeit. Bei der Tusche muss es schnell gehen." Ihre Naturimpressionen sind nicht hingetupft, sondern kompakte Kosmen, in denen der Blick Bilder wie am Wolkenhimmel suchen kann.

Auch Fröning arbeitet seriell, wechselt gerne mal zum kleinen Format. "Durch die großen Formate bekommt man für Kleinere einen besseren Überblick", sagt sie. Ihre bevorzugten Farben aber sind immer gedeckt: "Ich male nie in Gelb."

Quelle: RP
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