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Heinsberg
Blicke in die Innenwelt besonderer Gebäude

Heinsberg. Der Kunstverein Region Heinsberg zeigt Fotografien von Anja Nitz: Botschaften, Bibliotheken, Atomkraftwerke.

Der Kunstverein Region Heinsberg lädt für Sonntag, 26. Juni, 11.30 Uhr, zur Eröffnung einer neuen Ausstellung in den Horster Hof nach Unterbruch ein. Anja Nitz setzt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit Institutionen von gesellschaftlicher Relevanz auseinander: Sie zeigt die Innenwelten von Bibliotheken oder Botschaftsgebäuden ebenso wie die von Krankenhäusern oder Atomkraftwerken.

"Die Fotografin thematisiert bildhaft gewordenen Vorstellungswelten wie etwa das Menschenbild in der Klinik, die Definition von Nation in der Botschaft oder das Verständnis von Zivilisation und Natur im Atomkraftwerk. Auf diese Weise dokumentieren die Aufnahmen von Anja Nitz historisch oder kulturell bedingte Werteverschiebungen", heißt es in der Ankündigung von Vorstandsmitglied Ingrid Trantenroth-Scholz als Kuratorin.

Für die Auseinandersetzung mit den genannten Themen betritt Anja Nitz öffentliche oder repräsentative Gebäude und porträtiert deren Innenräume. Hierbei sucht sie nach dem vermeintlich Selbstverständlichen oder Unbedeutenden, um dann ein allgemeines Verständnis sichtbar zu machen, das diesen Institutionen zugrunde liegt. Eine besondere Charakteristik der Arbeiten von Anja Nitz ist, dass sie einerseits eine analytische Distanz zum Abgebildeten bewahren und andererseits eine deutlich formulierte Position beziehen. Die oft ungewöhnliche Komposition ihrer Aufnahmen versetzen den Betrachter in eine stark subjektivierte Haltung. Gegenstand der Arbeit mit dem Titel "Inszenation" von Anja Nitz ist die Frage nach der Inszenierbarkeit von nationaler Identität. In ihren Aufnahmen thematisiert sie Konventionen bezüglich der Eigenpräsentation von Nationalitäten, so wie diese sich innerhalb von Botschaftsgebäuden und Landesvertretungen darstellen: Welche Attribute werden für die Darstellung bevorzugt, womit scheint die Repräsentation geglückt? Lässt sich ein Widerspruch zwischen kultureller Globalisierung auf der einen Seite und dem Bedürfnis nach nationaler Unterscheidung erkennen?

Um diesen Fragen auf die Spur zu kommen, hat sich die Künstlerin Zugang zu großen Botschaftsgebäuden in Berlin, London und dem Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York verschafft.

Die Ausstellung ist bis 17. Juli samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Quelle: RP
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