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Kreis Heinsberg
Volksbank-Chef rechnet mit Filialschließungen

Kreis Heinsberg: Volksbank-Chef rechnet mit Filialschließungen
Veit Luxem ist für Veränderungen mit Augenmaß. FOTO: Laaser (Archiv)
Kreis Heinsberg. Den Volks- und Raiffeisenbanken steht ein Veränderungsprozess bevor. Reagieren auf verändertes Kundenverhalten.

Der Veränderungsprozess bezieht sich nicht allein auf den Kreis Heinsberg, aber eben auch hier, erklärt Dr. Veit Luxem und nimmt Bezug auf eine Aussage von Wolfgang Kirsch. Der Chef der neuen DZ Bank hatte kürzlich prognostiziert, dass bei den genossenschaftlichen Instituten bis 2021 etwa 2000 Zweigstellen wegfallen könnten.

Luxem, der Sprecher der Volks- und Raiffeisenbanken im Kreis Heinsberg ist, erläutert auf diese Region bezogen: "Wir werden auch in Zukunft eine Vielfalt von erfolgreichen und selbstständigen Kreditgenossenschaften haben - große, mittlere und kleine. Und diese werden auch in zehn Jahren noch vor allem auf die Face-to-face-Kommunikation in der Filiale setzen. Filialoptimierung ist allerdings das Stichwort." Er rechne damit, dass in den nächsten Jahren auch im Kreis Heinsberg bei den Genossenschaftsbanken "sicher die ein oder andere Filiale wegfallen" wird.

Die politisch gewollte Niedrigzinspolitik, die zunehmende Regulatorik und das veränderte Kundenverhalten sind Luxem zufolge die großen Herausforderungen, auf die die Genossenschaftsbanken zu reagieren haben: "Es geht um Kosten und Erträge sowie den Erhalt und die Weiterentwicklung unseres genossenschaftlich geprägten Geschäftsmodells. In einer solchen Situation intelligente Lösungen zu finden, das wird die große strategische Herausforderung der nahen Zukunft sein." Ein Lösungsweg sei unter anderem, größere Betriebseinheiten zu bilden, aber auch über Kooperationen könnten bereits Synergien erzielt werden. Luxem sieht hierin den Vorteil, die Kernkompetenz der Volks- und Raiffeisenbanken, die Vor-Ort-Präsenz, weiterhin hochhalten zu können und andererseits durch Arbeitsteilung Kosten zu sparen. Auf der anderen Seite hält Luxem den Ausbau der Internetangebote und digitalen Medien für dringend: "Bereits heute hat sich die Nutzung von Bankleistungen massiv von der Filiale in ,Digitale Kanäle' verschoben. Einer Untersuchung zufolge werden bis 2020 etwa 15 Prozent der Kunden ,Digitale Kunden' sein und nahezu ausschließlich digitale Kanäle nutzen. Weitere etwa 60 Prozent werden digitale und digital-persönliche Kanäle mit zunehmend digitalem Schwerpunkt nutzen." Da aber alles bezahlbar sein muss, sei es einfach auszurechnen, dass "in den nächsten Jahren auch im Kreis Heinsberg bei den Genossenschaftsbanken sicher die ein oder andere Filiale wegfallen" wird: "Unsere Mitglieder und Kunden entscheiden mit ihrer Nutzung über den Zugangsweg zu ihrer Genossenschaftsbank, und wir als Geschäftsleiter sind dann gefordert, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen."

Ein Wandel mit der Brechstange wird es bei den Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg nicht geben. Luxem: "Unsere vor der Finanzmarktkrise belächelte Kleinteiligkeit und Vielfalt, das von uns gelebte freie Unternehmertum vor Ort und unsere genossenschaftlichen Ideale: All das sind Vorteile, die wir jeden Tag leben. Soll das auch im Jahr 2025 so sein, müssen wir energisch darauf achten, beständig in Bewegung zu bleiben."

Quelle: RP
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