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Monheim
Anwohner kritisieren Neubaupläne

Monheim: Anwohner kritisieren Neubaupläne
Auf dem Grundstück der ehemaligen Tankstelle an der Krischerstraße plant Bauträger Paeschke ein dreigeschossiges Gebäude samt Staffelgeschoss. Die Anwohner hegen starke Zweifel ob der Optik und der Gebäudehöhe. FOTO: R. MAtzerath
Monheim. Monheimer Bürger bemängeln: Neubauten fügen sich nicht in die Umgebungsbebauung ein und schaffen Parkprobleme. Von D. Schmidt-Elmendorff

Die von der Stadt vorangetriebene "Innenverdichtung" löst bei Monheimer Bürgern immer wieder Widerstreben aus. "Da werden für einen Bauträger mal eben alle Bebauungspläne geändert, damit er seine Bauprojekte ein oder zwei Etagen höher ziehen kann", schreibt User "Altstadtfrau" auf RP-Online und bezieht sich damit auf den Paeschke-Neubau, der auf dem ehemals städtischen Grundstück neben der Astrid-Lindgren-Schule an der Krischerstraße entstanden ist. Er bemängelt, dass die gesamte Umgebungsbebauung "nur zweieinhalb Geschosse hat". "Warum kriegt ein Bauträger hier innerhalb kürzester Zeit alles in Monheim genehmigt?", fragt er und verweist auf das Tankstellen-Grundstück, wo der Langenfelder Bauträger ebenfalls ein dreigeschossiges Gebäude plus Staffelgeschoss errichten wird.

"Die Stadt macht die Vorgaben, wir haben da wenig Einfluss", sagt Oliver Sachs, Mitarbeiter der Paeschke-GmbH. Natürlich sei es schön, wenn man sein Grundstück ausnutzen könne. Die Baugenehmigung für das Tankstellengelände liegt bereits vor, bestätigt Stadtplaner Thomas Waters. Mangels Bebauungsplan wurde dort § 34 Baugesetzbuch angelegt, wonach sich ein Vorhaben "nach Art und Maß der baulichen Nutzung in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen" muss. Das Ortsbild dürfe nicht beeinträchtigt werden. Waters sieht das gewahrt: "Das haben wir sorgfältig abgewägt." Andernfalls hätte die Stadtplanung einen B-Plan aufgelegt, um dieses Volumen zu ermöglichen, das für die künftige Entwicklung der Innenstadt die Richtschnur sei, und er fügt hinzu. "Monheim ist kein Dorf."

Im Gemüsegarten von Agnes Langensiepen nahe dem Tankstellengrundstück sieht es dennoch dörflich aus. Sie verkauft Petersilie und Äpfel aus dem Hausgarten. Sie findet die Entwicklung nicht schön - insbesondere wenn die Neubauten zu nah an den Altbestand heranrücken, - aber sie sieht auch die Notwendigkeit, etwa barrierefreien Wohnraum zu schaffen. "Allerdings muss man für eine solche Wohnung wohl sein Haus verkaufen", bemerkt sie. Ihr ist bewusst, dass ihre aus den 50er Jahren stammende Idylle irgendwann Vergangenheit ist. Sie moniert aber, dass weder Bauträger noch Stadt die Nachbarschaft über das Vorhaben informiert hätten.

Anna Faß, die vis-a-vis der Tankstelle an der Steinstraße wohnt, wundert sich, dass sich der Investor nicht an die Umgebungsbebauung halten muss, wobei die Schulen gegenüber sich kaum gestört fühlen dürften. Aber sie fürchtet, dass sich die Parksituation auf der Steinstraße weiter verschlechtern könnte. Die Lehrer der drei Schulen besetzten den gesamten Parkraum der Umgebung. Trotz Tiefgarage habe sich auch die Parksituation in Nähe des Paeschke-Neubaus an der Krischerstraße verschlechtert, sagt Harry Vones, der in einem Haus der ehemaligen Shellsiedlung wohnt. "Auf der Straße fielen wegen der Tiefgaragenzufahrten Parkplätze weg. Dafür kamen etliche Wohnungen dazu. Tagsüber parken die Bewohner aber eher draußen", beklagt er. "Wenn der nächste Neubau kommt, wird's hier noch enger."

Bei seiner Kritik an der vermeintlich zu freigebigen Politik gegenüber Investoren zieht User "Altstadtfrau" den Vergleich zum Fassadenprogramm: Dabei wollten die Stadtplaner ihre Vorgaben gegenüber den Eigentümern "kompromisslos durchziehen", so dass sich diese "gegängelt" fühlten. Waters bestätigt, dass "viele Regeln einzuhalten" sind, "aber wir geben ja auch viel Geld." Gerade wurde der städtische Zuschuss pro Objekt auf 15.000 Euro verdoppelt.

Quelle: RP
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