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Langenfeld
Leverkusener erzürnt über Abwerbe-Aktion

Langenfeld: Leverkusener erzürnt über Abwerbe-Aktion
Frank Schneider (r.)und sein Team gehen in die Offensive. FOTO: rm-
Langenfeld. Langenfelds Stadtspitze macht sich unbeliebt. Sie wirbt gezielt um Firmen aus Düsseldorf und Köln. Von Peter Korn und Stephan Meisel

Die Urheber im Langenfelder Rathaus feiern sich als kreative Wirtschaftsförderer. Die Amtskollegen in der finanziell weniger gut aufgestellten Nachbarstadt Leverkusen empfinden die Aktion jedoch als Kriegserklärung. Wie berichtet preisen in Düsseldorf und Köln jetzt 30 Großplakate Vorzüge des Wirtschaftsstandorts Langenfeld an: gut erreichbare Flächen und eine mit 360 Punkten vergleichsweise niedrige Gewerbesteuer. Zusätzlich lässt Bürgermeister Frank Schneider (CDU) an 1000 Düsseldorfer und Kölner Firmenchefs kleine Umzugskartönchen mit einer Standortbroschüre und einer Checkliste versenden.

Nicht nur im Düsseldorfer Rathaus reagiert man mit Befremden auf die Langenfelder Abwerbe-Kampagne. Auch in Leverkusen sieht man den Vorstoß kritisch: Für Wirtschaftsförderer Dr. Frank Obermaier überschreitet Langenfeld mit dieser Aktion eine rote Linie, auf die sich die Städte untereinander eigentlich verständigt hätten. Man werbe sich gegenseitig keine Firmen ab. Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn (ebenfalls CDU) ging in der Kritik sogar noch weiter, sprach von einem "unfreundlichen Akt".

Langenfelds Wirtschaftsförderin Heike Schönfelder kann die Aufregung nicht nachvollziehen, wie sie auf Anfrage unserer Zeitung betont: " Wir werben ausschließlich in Düsseldorf und Köln - also in zwei Metropolen, denen das nun wirklich nicht weh tun dürfte." Es sei zurzeit auch nicht daran gedacht, die Werbung auch auf die unmittelbaren Nachbarstädte wie etwa Leverkusen oder Leichlingen auszudehnen.

Obermaier bleibt skeptisch. Er will in überregionalen Städte-Verbindungen, wie etwa der Region Köln-Bonn, daraufhin wirken, dass die Langenfelder Abwerbeversuche gebrandmarkt werden. Gleichwohl sehen er und Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn keine konkrete Gefahr für eigene Gewerbegebiete, etwa den Innovationspark in Manfort.

Quelle: RP
 
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