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Langenfeld/Monheim
Mit Nadelstich zum Lebensretter werden

Langenfeld/Monheim: Mit Nadelstich zum Lebensretter werden
Am gestrigen Blutspende-Sonntag des DRK in der Stadt-Sparkasse ließ sich auch Thomas Skandalis, Sprecher des Langenfelder Integrationsrats, Blut abzapfen. FOTO: MATZERATH
Langenfeld/Monheim. Viele Langenfelder folgten dem Aufruf des DRK-Blutspendedienstes. Gerade in Ferienzeiten sind Konserven knapp. Von Alexander Riedel

Kleiner Pieks mit großer Wirkung, die oft Menschenleben rettet. Beim Langenfelder Blutspende-Sonntag des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Stadt-Sparkasse machten gestern zur Freude der Organisatoren viele Menschen mit. Während sich die Erwachsenen auf den in der Schalterhalle aufgestellten Liegen niederließen, tobten sich die Kinder draußen unter Aufsicht von DRK-Mitarbeitern auf der Riesenrutsche aus. "Wir wollten das Blutspenden noch attraktiver für Familien machen", sagt Jürgen Jungmann, stellvertretender DRK-Ortsvorsitzender. Denn Spender mit sämtlichen Blutgruppen würden händeringend gesucht,

"Gerade in den Ferien ist die Gefahr von Engpässen bei der Versorgung mit Blutkonserven besonders groß", betont Petra Welfens, Blutspendebeauftragte beim DRK in Langenfeld. Und das liegt nicht nur daran, dass viele Spender verreist sind. "Es passieren in der Reisezeit eben auch mehr Unfälle." Zuständig für Blutspenden in Langenfeld, Monheim und anderen Städten der Region ist der DRK-Dienst Ratingen-Breitscheid. Der versorgt rund 170 Krankenhäuser im Großraum Köln/Düsseldorf täglich mit etwa 1000 Blutkonserven. Allein für eine Lebertransplantation braucht man bereits 70 Blutspenden.

Zum gestrigen Aktionstag in der Sparkasse wurden zwischen 120 und 150 Spender erwartet. Um die Mittagszeit waren alle Liegen belegt. Weitere Besucher ließen sich derweil registrieren oder füllten den Fragebogen aus, in dem es um die Voraussetzungen für die Abgabe des eigenen Blutes ging. Auch für eine Knochenmarkspende konnten sich unter 61-Jährige typisieren lassen.

Hin und wieder müssten Blutspender unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt werden, sagte Welfens. Gründe dafür seien etwa Auslandsaufenthalte in der jüngeren Vergangenheit, Infektionserkrankungen oder die Einnahme verschreibungspflichtiger Medikamente. Erstspender dürfen zwischen 18 und 65 Jahren alt sein - das Höchstalter liegt bei 72 Jahren. Außerdem müssen Spender mindestens 50 Kilogramm wiegen und mehrmonatige Zeitabstände nach Operationen oder dem Stechen von Piercings und Tattoos einhalten. Ausgeschlossen ist von der Blutspende zudem, wer sich zwischen 1980 und 1996 - in der Hochphase der BSE-Krise - länger als sechs Monate in Großbritannien aufhielt.

Männer dürfen innerhalb eines Jahres sechsmal Mal Blut spenden, Frauen viermal. Häufige Teilnahmen honoriert das DRK mit einer Ehrennadel und Präsenten. Einige Jubiläen hat Margret Martinez schon hinter sich: "Ich habe heute zum 51. Mal gespendet", verriet die 70-Jährige, während sie sich nach der guten Tat in der Cafeteria stärkte. Mit dabei war ihre Nachbarin Erika Nattkemper: "Wir gehen immer gemeinsam zur Blutspende", erzählte die 58-Jährige, deren Tochter als Krankenschwester arbeitet. "Die Sonntagstermine sind eine gute Idee, weil man ja als Berufstätiger oftmals unter der Woche nicht so die Zeit findet." Mittlerweile 31 mal ließ Nattkemper schon den kostbaren Lebenssaft abzapfen - und dem sollen noch einige Gelegenheiten folgen: Es sei einfach wichtig, dass sich Menschen auf diese Weise gegenseitig helfen, betonte sie: "Denn man weiß ja nie, was einem selbst mal passiert."

Quelle: RP
 
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