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Kreis Mettmann
Neue Anlaufstelle für Opfer sexueller Gewalt

Kreis Mettmann. Sozialdienst SKFM schafft im Kreis Mettmann Hilfsangebot. Sexismus sei "zur Normalität geworden", sagt die Leiterin. Von Sabine Maguire

Es war der mediale Aufreger der vergangenen Wochen: US-Filmproduzent Harvey Weinstein soll Frauen sexuell belästigt haben. Als im Sog der Ereignisse nun plötzlich Hundertausende unter dem Schlagwort "#MeToo - Ich auch" eigene Missbrauchserfahrungen twitterten, kam man kaum noch hinterher mit dem Lesen. Politiker schalteten sich in die Debatte ein und kündigten Maßnahmen an. Fast scheint es so, als käme die Initiative des SKFM im Kreis Mettmann zu spät. Als sei das alles überhaupt kein Problem mehr, weil doch jede Frau ganz offen darüber reden kann, sexuell belästigt worden zu sein.

"Sexualisierte Gewalt wird gesellschaftlich runtergespielt und zur Bagatelle gemacht", sagt Eva-Maria Düring. Die Leiterin der SKFM-Fachberatungsstelle weiß, wie sich die betroffenen Frauen fühlen. Seit Juli gibt es im Kreis Mettmann die Anlaufstelle für Opfer von sexuellem Missbrauch und eigentlich waren die Erfahrungen der Kölner Silvesternacht für das Land NRW ausschlaggebend dafür, dass man mit diesem niederschwelligen Angebot eine Lücke im Hilfesystem schließen wollte. "Man sollte jedoch nicht den Fehler machen, zu glauben, die Gefahr kommt aus dem Magreb", stellt SKFM-Geschäftsführerin Lilo Löffler klar. Mal ist es die Hand im Schritt. Oder eine süffisante Bemerkung des Chefs. Man geht mit Freunden in die Kneipe und irgendwann geht einer mit seinen Anzüglichkeiten einfach zu weit. Sexuelle Belästigung findet vor allem dort statt, wo sie unbeobachtet bleibt. "Der alltägliche Sexismus ist zur Normalität geworden. Die meisten Übergriffe erfolgen im Nahfeld", weiß Düring aus vielen Gesprächen mit Frauen. Dabei könne es helfen, über das Erlebte zu sprechen. "Wenn Frauen die Chance bekommen, das Trauma zu bearbeiten, können sie gestärkt daraus hervorgehen", erklärt Löffler. Es gehe vor allem darum, das Schweigen zu überwinden. Dafür braucht es einen geschützten Raum - und einen Ort, an dem das überhaupt möglich ist. Bislang mussten Frauen aus den Städten des Kreises Mettmann an Frauenberatungsstellen der Großstädte verwiesen werden. Nun gibt es auch hier eine Anlaufstelle für die Opfer sexualisierter Gewalt.

Kontakt: Mail an sexualisiertegewalt@skfm-mettmann.de oder Telefon 02104 - 1419-226

Quelle: RP
 
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