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Langenfeld
Neue Gebühren: Parkplätze bleiben leer

Langenfeld: Neue Gebühren: Parkplätze bleiben leer
Leere Parkplätze wo sonst immer alles besetzt war: Bei Sticherling und Rewe in Langenfeld an der Hauptstraße. FOTO: Matzerath, Ralph
Langenfeld. Während Autofahrer zwischen Ärger und Gelassenheit schwanken, fürchten einige Händler um ihre Umsätze. Von Dorian Audersch

Peter Roschy steht mit fragendem Blick vor dem Parkautomaten, nachdem er seinen Wagen hinter dem Kulturzentrum abgestellt hat. Ein Aufkleber in Form einer Sprechblase verkündet die neue Regelung der Parkplatzgebühren in der City, die seit Anfang des Monats gilt. "Was ist das denn für ein Mist", fragt der Rentner und schaut seine Frau an. Sie kramt derweil leicht genervt in ihrem Portemonnaie nach einer 50-Cent-Münze. Zuletzt waren die beiden im März in Langenfeld.

Von der Neuregelung wissen sie daher nichts. "Das war das letzte Mal, dass wir hergekommen sind", meint Roschy, während er seinen Parkschein aus dem Automaten zupft. "Einkaufen können wir überall. Das freie Parken für eine Stunde war eigentlich ein gutes Argument für Langenfeld, aber das ist ja nun offensichtlich vorbei." Der Leverkusener ist nicht wegen des Preises verärgert. Ihm geht es ums Prinzip.

Die Umstellung der Parkgebühren hat offensichtlich Folgen für den innerstädtischen Verkehr. So nutzen zum Beispiel viele Kunden des Rewe-Marktes an der Hauptstraße lieber den privaten Parkplatz des Cafés Sticherling, anstatt ihre Autos auf den gebührenpflichtigen Stellplätzen direkt gegenüber zu parken. Entsprechend angesäuert ist der Konditormeister Jörg Sticherling. "Ich denke sogar schon darüber nach, eine Schranke zu installieren", sagt der Langenfelder. "Der Parkplatz ist immer voll – auch wenn bei uns nicht viel los ist. Eigentlich sind die Parkplätze nur für meine Kunden gedacht."

Ein Blick vor sein Geschäft bestätigt die Einschätzung des Konditors. Die vier öffentlichen Parkplätze in bester Innenstadtlage vor seiner Türe sind leer. "Die waren vorher meistens den ganzen Tag besetzt", meint der Geschäftsmann. Auch sonst lassen sich einige Veränderungen feststellen. Viele Autofahrer weichen bei der Parkplatzsuche auf Nebenstraßen aus – oder bleiben ganz weg. Jaqueline Grimm aus Leverkusen sieht die Sache indes gelassen: "Mich nervt eigentlich nur, dass ich nun permanent Kleingeld dabei haben muss", sagt die 26-Jährige.

Immerhin: Bisher scheinen sich die meisten Autofahrer an die Regeln zu halten. Für kurze Aufenthalte gibt es die "Brötchentaste", mit der 15-minütiges Parken kostenfrei bleibt. Für alles darüber hinaus sind 50 Cent pro angefangener Stunde fällig. "In den ersten Tagen nach der Umstellung haben wir noch eine gewisse Kulanz walten lassen", meint Christian Benzrath, Leiter des Referats Recht und Ordnung im Rathaus. Damit sei es nun allerdings vorbei: "Wer überzieht und erwischt wird, muss mindestens 10 Euro bezahlen – und diese Summe erhöht sich alle 30 Minuten."

Jan Christoph Zimmermann konnte bisher ebenfalls "keine großen Verwerfungen" feststellen. "Was in Langenfeld für 50 Cent geboten wird, ist nach wie vor attraktiv für Kunden", findet der Citymanager. Eine Einschätzung, die Sven Lucht, Inhaber des Bioladens "Rheinkiesel" an der Solinger Straße, nur bedingt teilt. "Seit es die neuen Tarife gibt, ist in der Stadt weniger los", sagt der Einzelhändler. "Viele Parkplätze vor unserer Türe, die vorher heiß begehrt waren, bleiben jetzt leer. Das wirkt sich negativ auf die Umsätze aus – teilweise auch durchaus deftig."

Er hofft daher, dass sich die Lage in den nächsten Wochen noch einpendelt. Ansonsten müsse gegebenenfalls "nachjustiert" werden: "Nachbarstädte wie beispielsweise Hilden haben mit dem Itter-Karree nebst Saturn-Markt kräftig aufgerüstet. Wir müssen die Auswirkungen der Parkgebühren weiter im Auge behalten."

(RP/ila)
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