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Langenfeld/Düsseldorf
Rheinbahn-Chef setzt Ausschreibungen aus

Langenfeld/Düsseldorf. Michael Clausecker stellt vieles auf den Prüfstand. Bestellung von 80 neuen Bussen hat er verschoben.

Michael Clausecker hat eindeutig ein Lieblingswort: spannend. Der neue Rheinbahn-Chef gebraucht es auch deshalb so häufig, weil sich sein beruflicher Werdegang (von Treuhand in den frühen 90ern über Geschäftsführung im Alter von 27 bis zum Bahn-Hersteller Bombardier) kaum mit einem anderen Adjektiv beschreiben lässt. Und so verwundert es denn auch nicht, wie er den Zeitpunkt beim Düsseldorfer Nahverkehrsunternehmen findet. "Thomas Geisel hat mit Rad- und Nahverkehr erfolgreich Wahlkampf betrieben", sagt der 49-Jährige. Für die Umsetzung der Versprechen hat sich Geisel einen Strategen gewünscht und Clauseckers Vorgänger, den Kaufmann Dirk Biesenbach, wenig charmant aus dem Amt komplimentiert.

Auf die Mitarbeiter der Rheinbahn kommen nun spannende Zeiten zu. Denn Clausecker hat ein Vakuum zwischen seinem Unternehmen und dem Rathaus ausgemacht. Bisher kommen Vorschläge für neue Linien, Strecken oder Takte stets aus der Politik, nicht aus dem Rheinbahnhaus. Das soll sich ändern. Der Vater von fünf Kindern will in einer groß angelegten Untersuchung ermitteln, wie und wo die Rheinbahn neue Kunden für den Nahverkehr gewinnen kann. Und da alles auf den Prüfstand kommt und Clausecker seine Mitarbeiter ausdrücklich aufgefordert hat, alles noch einmal neu zu denken, hat er die erste große Ausschreibung seiner Amtszeit aufgeschoben. Eigentlich wollte die Rheinbahn nun 80 normale Busse (Gesamtwert: 20 Millionen Euro) bestellen. Ob diese Zahl und diese Art der Busse aber wirklich gebraucht werden, soll nun zunächst überprüft werden. Für schwach frequentierte Verbindungen könnten auch kleinere Fahrzeuge in Betracht kommen. Auch so genannte Metro-Busse, die auf bestimmten Strecken schneller unterwegs sind, weil sie nicht an jeder Station stoppen, sind ein Thema. Selbst über doppelstöckige Busse soll zumindest mal nachgedacht werden.

Was zu welchem Teil des Rheinbahn-Netzes passt, soll die erwähnte Umfrage zeigen. Dafür wird das Gebiet in kleine Distrikte gegliedert, in denen jeweils eine repräsentative Menge Menschen detailliert zu ihren Fahrgewohnheiten befragt werden. Daraus solle dann ermittelt werden, wo Lücken im Netz geschlossen werden müssten oder andere Takte erforderlich sind.

(hdf)
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