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Monheim
Senioren wappnen sich gegen Betrüger

Monheim. Alter schützt vor Schaden nicht. Deshalb gaben gestern acht Monheimer Ehrenamtler zusammen mit der Polizei Tipps zur Vorbeugung von Kriminalität und Unfällen. Von Jeanette Wölfling

Worauf muss ich im Alltag achten, um mich vor Betrügern zu schützen? Wann und wo muss ich besonders vorsichtig sein? Das sind Fragen, die sich viele Menschen mit zunehmendem Alter stellen. Antworten darauf gab es gestern im Monheimer Rathaus-Center. Das Aktionsbündnis Seniorensicherheit (ASS) gab mit der Polizei Tipps zur Vorbeugung von Verbrechen und Unfällen im Straßenverkehr.

"Wir wollen auf Augenhöhe mit den Bürgern kommunizieren und aktiv werden", erklärte Polizeihauptkommissarin Ilka Steffens den Zweck des Informationsstands. Mit dabei waren acht sogenannte Asse, ehrenamtlich tätige Senioren, die anderen Senioren, aber auch jüngeren Interessierten mit Rat zur Seite stehen. Außerdem verteilten die "Asse", die mit ihren blauen Warnwesten die Aufmerksamkeit vieler Passanten auf sich zogen, Info-Falter und Leuchtreflektoren.

"Es ist wichtig, dass wir die Menschen im Privaten sensibilisieren. Je mehr dies geschieht, desto weniger Senioren laufen Gefahr, betrogen oder bestohlen zu werden", betont Claudia Kalinowski, die vor anderthalb Jahren bei einem Infotag in Monheim auf das ASS aufmerksam wurde. Nun steht sie selber am Stand und engagiert sich für die Sicherheit ihrer Altersgenossen. "In meinem Freundeskreis hat es schon drei Fälle von Betrug gegeben. Auch ich selber habe schon erlebt, wie dreist die Täter vorgehen."

Als damals das Telefon klingelte, ahnte Kalinowski nichts Böses. Man gratulierte ihr zu ihrer erfolgreichen Teilnahme an einem Gewinnspiel und lud sie ein, die Überraschung noch am selben Tag "An der Aue" in Baumberg abzuholen. Die Rentnerin reagierte sofort: "Ich habe dann gesagt, dass ich gerne mit meinem Bruder vorbeikomme. Er sei bei der Kripo tätig, habe ich behauptet. Der Mann am Telefon hat dann sofort aufgelegt. Ich habe den Trick durchschaut, aber leider fallen viele andere auf solche Maschen rein", sagt die Monheimerin.

Genau an dieser Stelle wollen die Seniorenberater und die Polizei ansetzen. "Die potenziellen Opfer sind meistens nicht dazu in der Lage, die Situation richtig einzuschätzen. Häufig fehlt das nötige Misstrauen", warnt Jörg Marsall, Polizeikommissar aus Hilden. Egal ob am Telefon, an der Haustür oder auf offener Straße - in den meisten Fällen besteht die größte Gefahr in der Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft der Senioren. Hinzu kommt eine Unaufmerksamkeit, die besonders Taschendiebe zu ihrem Vorteil nutzen. "Das dauert nur den Bruchteil einer Sekunde und schon ist das Portemonnaie vom Tresen oder aus der Tasche verschwunden. Die Leute bemerken den Verlust erst viel zu spät, um eingreifen zu können", erklärt Marsall.

Viele der Senioren, die gestern den Stand der ASS aufsuchten, haben noch keine Erfahrung mit Trickbetrügern gemacht. "Ich bin zufällig hier vorbeigekommen und direkt stehen geblieben. Eine gewisse Vorsorge kann nicht schaden, ich bin schließlich auch nicht mehr die Jüngste", sagt eine Besucherin. Die 68-Jährige findet die Aktion des ASS gut: "Senioren beraten hier Senioren vor Ort. Man fühlt sich verstanden und hat einen zuverlässigen Ansprechpartner im gleichen Alter. Das gibt mir Sicherheit."

Drei bis vier Mal im Jahr organisiert das Monheimer Aktionsbündnis öffentliche Info-Veranstaltungen. Die insgesamt zwölf aktiven Mitglieder sind aber auch privat tätig und halten zusätzliche Vorträge in Altenheimen.

Quelle: RP
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