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Gänseliesellauf: Die Mischung macht's

Lokalsport: Gänseliesellauf: Die Mischung macht's
Startklar: Nina Genser (links) und Andrea Althaus freuten sich beim Gänseliesellauf sehr auf den Start über die fünf Kilometer. h FOTO: Ralph Matzerat
Langenfeld. Bei der 33. Auflage gab es alles - die "Profis" und die bunten Spaß-Starter sowie die ganz Jungen und die Älteren. Von Isabel Klaas

Manche wollen unbedingt siegen. Andere wollen einfach nur gut aussehen. Der 33. Gänseliesellauf der SG Monheim (SGM) brachte wieder mal ein buntes bewegungsfreudiges Gemisch auf die Beine - ganz Junge und Alte, Männer und Frauen, Durchtrainierte, Anfänger, Freaks und ein paar sehr Ehrgeizige. Die Düsseldorferin Nina Genser (45) fällt auf. "Ich laufe gerne und mache mich dafür ein bisschen nett", sagt Genser, die ein Miniröckchen und ein Blumenkränzchen im Haar trägt. Sie ist groß, sehr schlank und drahtig. Das kurze Oberteil lässt ein Bauchpiercing sehen: "Ich laufe immer bunt."

Ihre Freundin Andrea Althaus (50) aus Monheim ist nicht ganz so farbenfroh angezogen, aber ebenso motiviert. Gemeinsam wollen beide den Fünf-Kilometer-Lauf bewältigen, der am späten Nachmittag an der Lottenschule startet. "Ja, es ist zu warm", urteilen beide, "aber ein Fünfer geht immer." Auch Irmgard Hochheim (74) ist es "eigentlich viel zu warm". Sie versucht den "Fünfer" trotzdem mit ihrem Mann Benno (77). "In meiner Altersgruppe bin ich fast immer die Erste, weil es keine Zweite gibt. In dem Alter läuft kaum noch einer", erzählt sie. Es hört sich ein bisschen enttäuscht an. Für sie und ihren Mann ist das Dabeisein alles.

Unterwegs: Das abschließende Rennen über die zehn Kilometer war auch in diesem Jahr wieder der sportliche Höhepunkt des Gänseliesellaufs. FOTO: Matzerath Ralph

Es gibt allerdings auch die "Profis" unter den mehr als 1000 Läufern (plus 260 Kindergartenkinder), die an den Start gehen. Sie sehen den Gänseliesellauf als Training für den nächsten Marathonstart. Hinter den Top-Startern klafft in der Regel eine ganz weite Lücke, ehe die "normalen" Teilnehmer nach dem Zehn-Kilometer-Lauf schwitzend die Zielgrade passieren. Einer der besonders schnellen Läufer ist Alexander Großmann (SFD 75 Düsseldorf), der mit 34:04 Minuten bei den Männern gewinnt - gefolgt von Max Köhler (LG Stadtwerke Hilden/34:45) und David Sudowe (35:03/Team Perpeet Essen). Siegerin über die zehn Kilometer bei den Frauen wird Lara Gruben (39:09/Engelhorn Sportsteam/MTG Mannheim (39:09) vor Corinna Mertens (42:26/LG Wuppertal) und Ute Spicker (43:15/Team Perpeet Essen).

Mit einem besonders fitten Nachwuchs kann die Monheimer Lottenschule aufwarten. Der neun Jahre alte Jakob Schreiber lief die zehn Kilometer mit 56:46 Minuten in weniger als einer Stunde. Und drei Zwölfjährige vom Otto-Hahn-Gymnasium absolvierten den Lauf ebenfalls mit Bravour: Nabil Al Khabbachi, Arthur Keller und Ali Karamemet. Welche Leistungen selbst im höheren Alter möglich sind, bewies nicht zuletzt Karl Heinz Reusch (LT Düsseldorf-Süd). Er bewältigte den "Zehner" mit seinen 85 Jahren trotz großer Hitze in 1:22:09 Stunden.

Zum Schluss geht es um einen Freak, der nahezu in jedem Jahr mitläuft: Stephan, genannt Wicki. Er hat 2017 bereits 1200 Kilometer als Läufer hinter sich gebracht, wie er erzählt. Im Wikingerkostüm mit Bärenfell-Lendenschurz und Hörnerhelm scheinen ihm die Temperaturen erstaunlich wenig auszumachen. "Mir reicht es, immer im Mittelfeld dabei zu sein", erklärt der 56-Jährige, der seit 40 Jahren auf dem Monheimer Bauhof arbeitet.

Bis auf den Schwächeanfall eines Teenagers zu fortgeschrittener Stunde blieb der Gänseliesellauf komplett frei von besonderen Vorkommnissen. Für den gelungenen Ablauf sorgten Organisator Thomas Heckrath von der SG Monheim und seine 70 Helfer, die zum Teil die Streckenposten stellten und immer ein wachsames Auge auf die Teilnehmer hatten. Alle Ergebnisse gibt es unter my3.raceresult.com.

Quelle: RP
 
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