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Lokalsport
Langenfeld steuert dem Abstieg entgegen

Langenfeld. Der Handball-Drittligist spielte bei der schmerzhaften 33:37-Heimniederlage gegen Eintracht Baunatal praktisch ohne Abwehr. Von Michael Deutzmann

Es war einmal eine Mannschaft, die hatte eine Abwehr. Eine richtig gute sogar. Das galt für die Handballer der SG Langenfeld (SGL) in allen fünf Oberliga-Jahren. Selbst im Jahr eins nach dem Aufstieg setzte Langenfeld in der Saison 2011/2012 die Bestmarke - wie anschließend 2012/2013, 2013/2014 und 2014/2015. In der traumhaften vergangenen Serie 2015/2016 reichte es defensiv "nur" zum zweiten Platz - was am Ende keinen wirklich störte, weil das gesamte Paket trotzdem die Meisterschaft und den Aufstieg in die 3. Liga sowie den Triumph im Deutschen Amateurpokal brachte. Davon ist rund zehn Monate später nichts geblieben. Bei der 33:37 (15:18)-Heimniederlage gegen den Achten GSV Eintracht Baunatal fand intensive Deckungsarbeit nur sporadisch statt. Langenfeld scheiterte deshalb - in jener Partie, die das Signal zu einer letzten Aufholjagd im Kampf um den Klassenerhalt sein sollte.

Zu den besonders Frustrierten gehörte natürlich Tobias Geske, der die SGL nach der Saison verlässt und ein persönliches Ziel festgelegt hatte: "Ich muss halten, halten, halten." Der Torhüter gab tatsächlich sein Bestes und streute durchaus die eine oder andere spektakuläre Parade ein. "Da hast du in der ersten Halbzeit das Gefühl, ganz gut gehalten zu haben - und dann stehen da wieder 18 Gegentore." Ahlen fand immer wieder riesige Lücken vor. Geske und später der Keeper-Kollege Tobias Geske standen oft alleine auf weiter Flur. Der an allen Ecken und Enden fehlende Dustin Thöne, der wegen zu starker Rückenprobleme nur zuschauen konnte, fasste das Geschehen präzise zusammen: "Die haben jedes Mal frei werfen können und durften sich dabei noch die Ecke aussuchen. Unsere Torhüter hatten es echt schwer."

Nach dem 0:2 (2.) legte die SGL zunächst vor - 3:2 (7.), 5:4 (10.), 6:5 (11.), 7:6 (12.). Die Glanzparade von Geske und die Ball-Eroberung durch Vinzenz Preissegger (jeweils 13.) hätten Schwung geben können, doch Langenfeld stand sich selbst im Weg - und hörte wohl beim Stande von 9:10 (16.) in einer Auszeit nicht richtig zu. Direkt im Anschluss folgten die Treffer zum 9:11 (17.), 9:12 (18.) und 9:13 (19.). Bis zum 15:18 (30.) nach der ersten Halbzeit liefen die Gastgeber hinterher, ehe sie am Anfang der zweiten Hälfte ihre beste Phase hatten. Philipp Wolter verwandelte innerhalb von 30 Sekunden zwei Tempo-Gegenstöße zum 17:18 (32.), ehe die SGL nach dem 17:19 (33.) durch Max Adams (33.) und André Boelken (34.) zum 19:19 ausglich. Das Aus kam nach dem 21:23 (38.), als erst eine Großchance ungenutzt blieb - und dann erneut die Abwehr überfordert war. Ahlens ziemlich frisch in die Partie gekommener Rückraumspieler Niklas Plümacher durfte unbedrängt werfen - 21:24 (39.), 21:25 (41.), 21:26 (42.). Die Gäste hielten ihren Vorsprung lange und gerieten selbst dann nicht ernsthaft in Gefahr, als die SGL nach dem 28:33 (52.) noch einmal auf 31:33 (55.) oder 32:34 (57.) verkürzte.

Bester Werfer des Abends war Langenfelds Rückraumspieler Tim Menzlaff, der vier seiner zehn Treffer in den letzten neun Minuten erzielte - obwohl er zwischendurch erstaunlicherweise auf der Bank saß. Dass er auch die Ahlener Phil Räbiger (neun) und Marvin Gabriel (acht) übertraf, war ihm sowieso nicht richtig wichtig. "Wir hätten zu Hause gewinnen müssen, wenn wir noch eine Chance haben wollen", sagte Menzlaff, "das haben wir nicht getan. Es wird immer enger für uns. Die Spiele werden immer weniger und unsere Punkte bleiben gleich." Dem ist fünf Runden vor dem Ende der Saison wenig hinzuzufügen. Das Abenteuer 3. Liga geht offensichtlich dem Ende entgegen.

SG Langenfeld: Joest, Geske - Heider (1), Wolter (2), Preissegger (1), Adams (1), Klimke (1), Herff (1), Eich (7/1), Boelken (6/2), Menzlaff (10), Hambrock (1), Nelte (2), Ißling.

Quelle: RP
 
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