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Meister! Handballer feiern die Nacht durch

Lokalsport: Meister! Handballer feiern die Nacht durch
Gute Aussicht: Langenfelds Trainer Dennis Werkmeister hatte seinem Sohn Jasper vorsichtshalber einen echten Logenplatz reserviert. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Langenfeld machte mit dem 30:21-Erfolg gegen Unitas Haan nach dem Aufstieg in die 3. Liga auch den Titel in der Oberliga klar. Von Michael Deutzmann

Es war ein Tag für die Geschichtsbücher. Und der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) setzte einer großartigen Saison im letzten Heimspiel die Krone auf. Das Team von Trainer Dennis Werkmeister, das schon vorher als Aufsteiger in die 3. Liga feststand, gewann gegen das Schlusslicht Unitas Haan mit 30:21 (12:12) und sicherte sich auch die Meisterschaft. Die SGL begann zwar zerfahren, fand aber rechtzeitig auf den Weg zum Erfolg. Und die meisten der rund 500 Fans genossen den nahenden Triumph frühzeitig in vollen Zügen. Als dann gegen 18.55 Uhr die Schluss-Sirene ertönte, gab es kein Halten mehr. Langenfeld begann die größte Handball-Party seiner Vereinsgeschichte zu feiern.

Am Ende konnten beide Seiten bestens mit dem Resultat leben. Für die Hausherren ging es in erster Linie darum, den ersten Platz abzusichern. "Darauf haben wir die ganze Saison hingearbeitet", sagte Trainer Dennis Werkmeister, dessen Mannschaft ihr Ziel erreichte. Die Gäste durften für sich in Anspruch nehmen, dass sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten beachtlich aus der Affäre zogen. "Die erste Hälfte war sehr gut von uns", fand Unitas-Coach Stefan Panthel, "in der zweiten haben wir dann unsere Fehlerquote und die Ballverluste verdoppelt. Wir haben uns aber insgesamt anständig verkauft und uns hier nicht abschlachten lassen."

Weil vor allem Haans Rückraumspieler Moritz Blau das zögerliche Eingreifen der SGL-Deckung immer wieder zu Treffern ausnutzte, blieb die Partie vor der Pause offen - und selbst nach dem 7:4 (12.), 9:6 (17.), 10:7 (20.) oder 11:8 (22.) wirkte der Spitzenreiter Langenfeld nicht souverän. Mit dem 12:12 (26.) von Blau war das Schlusslicht wieder dran, ehe sich beide Seiten für den Rest des ersten Durchgangs gegenseitig an Fehlern überboten.

Die Entscheidung leitete Langenfeld oben bei der Halbzeitbesprechung in der Kabine ein. Trainer Werkmeister brachte die Umstellung von der defensiven 6:0-Deckung auf die 5:1-Variante ins Gespräch. "Und wir haben dann beschlossen, das zu versuchen", berichtete Dustin Thöne, der vorne als Kreisläufer ackert und hinten mit für den Mittelblock zuständig ist. Den Part des Abwehrspielers, der die Angriffs-Aktionen der Unitas stören sollte, übernahm der Teamkollege Vinzenz Preissegger - und er führte den Auftrag perfekt aus, sodass Haan oft keinerlei Mittel mehr für große Torgefahr fand.

Die starke Abwehr der SGL war gleichzeitig die Basis für mehr Schwung im Spiel nach vorne - und brachte nun bald die Entscheidung. Nach dem 14:13 (34.) erhöhten Preissegger ((35.), André Eich (36./39.), erneut Preissegger (40.), Max Adams (40.), und Mirko Stolley (42.) durch sechs Treffer hintereinander auf 20:13 für den Favoriten, der anschließend nicht mehr in Gefahr geriet. "Meine Jungs waren am Ende, wir haben am Limit gespielt", fand Unitas-Coach Panthel, "in der Pause haben wir ein bisschen träumen dürfen, doch mehr war nicht drin. Glückwunsch an Langenfeld."

Die erste Erfrischung nach dem Abpfiff nahmen sich feiernde Langenfeld aus einem wie aus dem Nichts aufgetauchten Kasten Bier - den die Unitas zur Feier des Tages mitgebracht hatte. Diese Feier erreichte später in einer Discothek meisterliche Qualitäten, wie die Kurzmitteilung aus dem engsten Kreis der Beteiligten verriet: "Der harte Kern ist immer noch im Musik in Langenfeld - und kein Ende in Sicht." Da war es gegen 4.15 Uhr am anderen Morgen. So ist das eben, wenn Sportler gerade etwas für die Geschichtsbücher geleistet haben.

SG Langenfeld: Geske, Hanke, Riebau - Thöne (1), Preissegger (3), Menzlaff (4), Adams (4), Hambrock, Kniesche (1), Stolley (1), Eich (8/3), Boelken (4/1), Zimmermann (3), Nelte (1).

Quelle: RP
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