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Handball
Wahnsinn: Langenfeld steigt in die 3. Liga auf

Handball: Wahnsinn: Langenfeld steigt in die 3. Liga auf
Geschafft: Chefcoach Dennis Werkmeister (rechts/links Vinzenz Preissegger) leitete gestern Abend eine ziemlich ungewöhnliche Trainingseinheit – die erste nach der Nachricht vom Sprung in die 3. Liga. FOTO: Matzerath, Ralph
Langenfeld. Montagmittag bestätigte der Deutsche Handball-Bund in seiner endgültigen Meldeliste offiziell, dass der Oberligist vorzeitig durch ist.

Eigentlich sah alles nach einem ganz normalen Montag im Frühjahr 2016 aus. Doch um zwölf Uhr veränderte sich plötzlich die sportliche Welt des Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL), der in den vergangenen Wochen immer nur vom Aufstieg geträumt hatte. Inzwischen ist es mit einem offiziellen Siegel versehen: Das Team von Trainer Dennis Werkmeister spielt in der kommenden Saison sicher in der 3. Liga – unabhängig vom Ausgang des letzten Meisterschaftsspiels am nächsten Samstag (17.30 Uhr) gegen Unitas Haan.

Die entscheidende Nachricht war auf der Seite des Deutschen Handball-Bundes (DHB) in einer Mitteilung untergebracht. Der Titel: "Meldungen 3. Liga Männer Saison 2016/17". Eine Meldung konnten auch die aktuellen Tabellenzweiten abgeben – was im vorliegenden Fall die Bergischen Panther gewesen wären. Die lag allerdings nach dem offiziellen Ablauf der Frist nicht vor – wie Anne Adamczewski bestätigte, die beim DHB mit für den Spielbetrieb der 3. Ligen zuständig ist. Nach dem eigenen 32:24 über den Bergischen HC II und dem 27:27 im Verfolgerduell der Bergischen Panther gegen den TV Aldekerk sind ganz vorne fast alle Entscheidungen gefallen.

Die SGL, die mit 35:11 Punkten an der Spitze liegt, braucht gegen Haan noch einen Zähler, um Meister zu werden. Dann bleibt sie definitiv vor den Panthern (33:13) und der Dritte Aldekerk (31:15) ist ohnehin aus dem Rennen. Im ungünstigsten Fall verliert Langenfeld gegen Haan und die Panther gewinnen beim Neunten Rheinhausen. Dann wäre die SGL bei Punktgleichheit aufgrund des dann entscheidenden direkten Vergleichs (24:33/20:18) nur Vizemeister – und trotzdem aufgestiegen, weil der Titelkonkurrent eben nicht für die 3. Liga gemeldet hat. Trainer und Mannschaft hätten ihren Triumph lieber rund um ein Meisterschaftsspiel zusammen mit den eigenen Fans ausgekostet. "Ich glaube, ich muss ein Bierchen trinken", sagte Trainer Werkmeister in seiner ersten Reaktion auf die frohe Kunde aus der DHB-Geschäftsstelle in Dortmund.

In der Realität begnügte er sich mit einem Kaffee – was sich dann am Samstag nach dem Oberligafinale ändern dürfte. Hinter den Kulissen ist allen klar, dass sich Langenfeld auf ein richtig großes Abenteuer einlässt. Sowohl die finanziellen als auch die organisatorischen Anforderungen werden deutlich höher sein als bislang. Dass die SGL als Gesamtverein das Projekt 3. Liga unterstützt, hilft den Handballern weiter. Vieles bleibt trotzdem ein Sprung ins kalte Wasser, der natürlich mit Risiken verbunden ist – weil die Beteiligten viel lernen müssen.

Für die Spieler dürfte es dabei längere Siegesserien kaum mehr geben. Der stellvertretende Abteilungsleiter Uwe Stolley fasst zusammen, was viele denken: "Die Mannschaft hat es sportlich verdient. Also machen wir es." Einer, der die 3. Liga aus einer früheren Zeit beim TuS Wermelskirchen kennt, ist Torhüter Tobias Geske. "Ich kann mich noch nicht richtig freuen. Wir müssen erst Meister werden. Darüber reden wir seit Wochen", sagte er am Montag. Gerade deshalb hofft er sehr, dass die Mannschaft die innere Spannung halten kann – wovon sein Coach ganz fest ausgeht: "Wir ziehen das voll durch." Einig sind sich beide in der Einschätzung der Zukunft. "Wir werden unglaublich viele Spiele haben, die wie Duelle zwischen David und Goliath sind", vermutet Werkmeister. "Wir sind in der 3. Liga das kleine gallische Dorf", findet Geske.

Irgendwie klingt dann doch eine tiefere innere Zufriedenheit darüber durch, dass es die SGL geschafft hat.

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