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Zwei blaue Augen: Handballer retten Punkt

Lokalsport: Zwei blaue Augen: Handballer retten Punkt
Mann des Tages: Andreas Nelte war angeschlagen - und trotzdem der beste Langenfelder Feldspieler. Mit diesem Prädikat konnte der Deckungschef und Kreisläufer jedoch nicht viel anfangen, weil seine unglückliche Aktion den Gästen kurz vor dem Abpfiff den Ausgleich ermöglichte. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Der Oberligist SG Langenfeld machte zum Saisonstart aus dem 6:11 und 19:23 in einer Zitterpartie noch ein 24:24 gegen Düsseldorf. Von Michael Deutzmann

Der eine oder andere wird eine Weile brauchen, bis er alles richtig einordnen kann. Richtig ist, dass sich der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) für die neue Saison viel vorgenommen hat. Richtig ist zudem, dass er sich gegen den ART Düsseldorf eine Hälfte lang mitten in einer sportlichen Katastrophe bewegte. Und richtig ist auch noch, dass die SGL am Ende sogar die Chance zum Erfolg hatte. Unter dem Strich kam Langenfeld beim 24:24 (9:13) trotzdem eher mit zwei blauen Augen davon, weil ihm die Partie vor der Pause und nach dem Wechsel jeweils einmal entglitten war. Mit ein paar Minuten Abstand zum Spiel gab Trainer Dennis Werkmeister eine treffende Wertung ab: "Ich glaube, der Sieg wäre heute unverdient gewesen."

Einer derjenigen, die besonders zerknirscht wirkten: Andreas Nelte - ausgerechnet. Der Einsatz des erfahrensten Feldspielers stand wegen eines dicken Knöchels auf der Kippe, aber der am Fuß bandagierte 33-Jährige wollte wenigstens seine Qualitäten als Abwehrchef einbringen. Doch es stellte sich relativ heraus, dass die SGL auch vorne am Kreis seine Durchsetzungskraft brauchte - und Nelte riskierte den Einsatz. Resultat: Er holte Siebenmeter heraus und brachte es auf fünf eigene Tore. Und wenn da nicht die letzte Minute gewesen wäre, hätte der Kreisläufer mit diesen Zahlen wunderbar leben können.

In der Schlussphase stellten die Hausherren ihre Deckung auf extrem offen um und nach dem 19:23 (54.) begann eine Aufholjagd. Philipp Wolter (54.), André Boelken (56./Siebenmeter), Nelte (57.), Dustin Thöne (58.) und erneut Boelken (60.) schafften das 24:23. Im Gegenangriff erarbeitete sich der ART einen Siebenmeter. Glück für die SGL: Simon Wohlrabe verwarf. 24 Sekunden waren noch zu spielen und Langenfeld hätte bei Ballbesitz alles für sich erledigen können. Dann passierte Nelte jener Fehler, der Düsseldorfs Philip d'Avoine acht Sekunden vor dem Ende ins Spiel brachte - 24:24, Schluss. Für Nelte schienen die starken Szenen plötzlich total weg zu sein: "So ein Mist."

Viel mehr Mist war die erste Hälfte, die mit dem 3:1 (7.) brauchbar begann. Es folgte ein krasser Absturz, weil der SGL vorne oft wenig einfiel und die Abschluss-Quote unterirdisch ausfiel. Gleichzeitig durfte Düsseldorfs Timo Heuft bei sechs Toren nahezu ungehindert zum Wurf ansetzen. Als plötzlich beim Stande von 6:11 (23.) ein Debakel drohte, nahm Werkmeister wiederum eine Auszeit - und die Szene kurz darauf unterstrich die allgemeine Ratlosigkeit. Rechtsaußen Max Adams spielte den Pass nach einer Ecke gegen gut verteidigende Düsseldorfer so hoch quer über das Feld zu Tim Menzlaff, dass der den Ball gar nicht fangen konnte. Es gab einen Einwurf für Düsseldorf.

Es spricht für die SGL, dass sie sich von den Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen ließ. "Die Mannschaft hat ohne Ende gekämpft", fand Werkmeister. Weil Tim Menzlaff einen gebrauchten Tag erwischt hatte und Mirko Stolley wegen einer starken Erkältung nur für Kurz-Einsätze in Frage kam, blieb ausgerechnet die Schlüsselposition des Teams im linken Rückraum weit hinter den Erwartungen. Das galt für Tobias Geske definitiv nicht, denn der Keeper hatte mit einigen brillanten Paraden einen hohen Anteil daran, dass Langenfeld nicht ganz ins Abseits geriet. "Dafür, dass wir schon tot waren, ist der Punkt gut", fand Geske. Das ist richtig eingeordnet.

SG Langenfeld: Geske - Thöne (1), Wolter (4), Preissegger, Adams, Menzlaff (1), Schickhaus (2), Stolley (1), Kniesche (3), Eich (1), Boelken (5/3), Zimmermann (1), Nelte (5).

Quelle: RP
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