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Monheim
Stadt lehnt Finanzhilfe für Wirte ab

Monheim: Stadt lehnt Finanzhilfe für Wirte ab
In der Altstadt wird immer noch gerüttelt und Steine geklopft. Wegen des anhaltenden Lärms und Drecks bleiben die Gäste fort. Wirte bangen um ihre Existenz. FOTO: MATZERATH
Monheim. Die CDU will, dass die Altstadtwirte für Umsatzeinbußen durch die Baustelle entschädigt werden. Von D. Schmidt-Elmendorff

Die Stadt sollte die Altstadtwirte unterstützen, damit die Umgestaltung des Alten Marktes nicht alle bisherigen Bemühungen um eine Revitalisierung der Altstadt durchkreuzt. Dafür sollen 100.000 Euro in den Haushalt eingestellt werden, beantragt die CDU-Fraktion für die Ratssitzung am nächsten Mittwoch. Durch die erheblichen Verzögerungen bei der Fertigstellung - ursprünglich war mal Mai avisiert - hätten die Gastwirte massive Umsatzeinbußen erlitten.

"Es geht hier um mehrere Existenzen, hier haben Menschen viel Herzblut in ihre Lokale gesteckt", sagt Andreas Prömpeler. Der teilweise bis 19.30 Uhr andauernde Baustellenlärm und -staub halte viele Menschen davon ab, den Biergarten zur Altstadt aufzusuchen. Und da die Turmstraße im Winter die meiste Zeit unbefestigt und sumpfig war, wurde sie sowohl von Geschäftsleuten als auch Hochzeitsgesellschaften gemieden, die sich weder Schuhe noch Garderobe einsauen wollten. Davon sei vor allem das Zollhaus 1257 betroffen gewesen. Bei einem Gesprächstermin der Wirte mit Bürgermeister Daniel Zimmermann habe dieser eine Entschädigung abgelehnt.

Als schiere "Katastrophe" empfindet Petra Randhahn die Baustelle. Obwohl sie mit Bormacher's Brauhaus keine direkte Anliegerin der Turmstraße ist, fühlt sie sich "massiv betroffen". Zwei Hochzeitsgesellschaften hätten abgesagt, weil die Kutsche nicht vorfahren konnte und die Braut ihr weißes Kleid nicht durch den Schlamm schleifen wollte. Nicht Ortskundige würden an der dichten Wand aus Absperrgittern und Baustellenschildern abprallen und weiterziehen. Die monatelang nicht nutzbaren Parkplätze an der Kapellenstraße und auf dem Schützenplatz hätten ihr übriges getan, um potenzielle Gäste abzuschrecken. Der mit Baumaterial weiterhin zugestellte Parkplatz versperre den Eingang zum Biergarten derart, dass sie sich mit handbemalten Schildern behelfen müsse. "Und für ältere Leute ist die Turmstraße überhaupt nicht begehbar", so die Wirtin. Empfindliche Einnahmeverluste habe sie auch dadurch erlitten, dass der Rosenmontagszug und der Gänselieselmarkt die Turmstraße aussparten. "Es geht für uns ums Überleben", so ihr Fazit.

Bei Umsatzeinbußen von 40 bis 50 Prozent kratze auch die Biermanufactur am Existenzminimum, erklärt Gesellschafter Helmut Heymann. Wenn die Gesellschafter nicht eigene Mittel zugeschossen hätten, hätte der Betrieb nicht überlebt, sagt er.

"Sie nervt, kostet uns viel Geld und wird nicht fertig", sagt Markus Preikschatt, Pächter des Spielmann, der 30 bis 40 Prozent weniger Umsatz beklagt. Als Nachtbar sei seine Location allerdings etwas weniger betroffen als etwa die Biergärten. Er hofft jetzt auf die große Eröffnungsparty, die die Stadt versprochen hat. Am 30. Juli will die Stadt ein Fest zur Einweihung der Altstadt und des bronzenen Altstadtmodells ausrichten. Weitere Maßnahmen lehnt die Stadtspitze indes ab. Vielmehr wird darauf verwiesen, dass für das Badewannenrennen und das Altstadtwirtefest Mitte Juli die Turmstraße jeweils so weit hergerichtet wird, dass sie nutzbar ist. Außerdem übernimmt die Stadt dafür die Kostenbeiträge der Wirte. "Die Frage ist, was besser ist, weil das Zuschütten der Baugruben das Fortschreiten der Bauarbeiten auch wieder verzögert", sagt Prömepeler.

Quelle: RP
 
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