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Langenfeld/Hilden
Steuerzahlerbund kritisiert das Finanzamt

Langenfeld/Hilden. Die Zentrale Annahmestelle in Hilden führt bei der Abgabe keine komplette Prüfung der Steuererklärung mehr durch. Von Christoph Schmidt

Bislang konnten Bürger ihre Steuererklärung in der zentralen Annahmestelle des Finanzamtes Hilden (zuständig für Hilden, Haan, Langenfeld und Monheim) abgeben und mit einem Sachbearbeiter auch gleich durchsprechen. Das geht seit Mai nicht mehr. Deshalb hat sich ein Rentner beim Steuerzahlerbund NRW beschwert. "Gerade für nicht beratene Steuerzahler, insbesondere Rentner und Arbeitnehmer, ist eine solche Einschränkung nicht zumutbar", kritisiert der Bund der Steuerzahler NRW. "Schließlich finanzieren die Steuerzahler die Gehälter der Finanzbeamten und können einen gewissen bürgerfreundlichen Service ihres Finanzamtes erwarten."

Aus Sicht von Finanzamtsleiterin Claudia Melchert sieht die Sache etwas anders aus. Richtig sei, dass die Besucher des Finanzamtes im Eingangsbereich angesprochen und gelenkt werden. "Wir möchten nur wissen, wer bei uns im Haus ist und wo", erläutert die Monheimerin. "Es gab in Einzelfällen schon Ärger. Einige Bürger haben auch Hausverbot. Das kommt glücklicherweise nur sehr selten vor."

Hauptgrund für die Änderung in der Servicestelle sei allerdings die Zunahme der Arbeitsmenge: "Wir können es uns schlicht nicht mehr leisten, dort bereits Steuererklärungen komplett zu prüfen. Wir beantworten aber immer noch jede Frage." Die Servicestelle sei von manchen Bürgern als eine Art "Expressschalter" für Steuererklärungen genutzt worden. "Das führte zu Ungleichbehandlung", erklärt Melchert. "Andere reichen ihre Erklärungen per Antrag oder elektronisch ein und müssen wochenlang auf das Ergebnis warten. Kein Bürger soll Nachteile haben."

"Die Bearbeitungszeit hängt von der Struktur des Steuerfalls ab", sagt die Finanzamtsleiterin. "Von sechs Wochen bis sechs Monaten ist alles möglich. Das Steuerrecht ist komplex." Mit der Bearbeitung der Lohn- und Einkommenssteuerklärungen könnten die Mitarbeiter zudem erst im März anfangen. Warum? "Weil die Arbeitgeber und Krankenkassen bis 28. Februar Zeit haben, uns die Daten elektronisch zu übermitteln. Viele nutzen das auch aus." Das Finanzamt versuche, technische Hilfsmittel einzusetzen. "Das funktioniert aber noch nicht perfekt", räumt Melchert ein.

Was viele nicht wissen: "Bei der Eröffnung 1995 hatte das Finanzamt Hilden 325 Mitarbeiter", so die Leiterin. "Heute sind es 250."

Quelle: RP
 
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