| 00.00 Uhr

Monheim
Vor einem Jahr: Pläne für zwei Moscheen

Monheim: Vor einem Jahr: Pläne für zwei Moscheen
Bürgermeister Daniel Zimmermann (r.) und Chefplaner Thomas Waters (l.) stellten vor genau einem Jahr das Vorhaben gemeinsam mit Yussuf Anakhrouch (2.v.l.) und Ramazan Akcora vor. FOTO: rm-
Monheim. Vor genau einem Jahr, am 17. Juni 2016, trat Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) mit seiner Absichtserklärung vor die Presse, sowohl der türkisch-islamischen, als auch der arabisch-islamischen Gemeinde repräsentative städtische Grundstücke für den Bau von Moscheen zur Verfügung zu stellen. Von Petra Czyperek

Im Oktober stimmten im Stadtrat Peto und der Bürgermeister für die Bezuschussung der Gemeinden mit jeweils rund 420.000 Euro, was quasi einer kostenlosen Überlassung der Flächen gleichkommt. Die ist im Gegenzug aber an Bedingungen geknüpft. So dürfen die Gemeinden beispielsweise die Grundstücke nicht veräußern und müssen sich zur Verfassungstreue und Toleranz verpflichten. Die Entscheidung, von der Zimmermann selber sagt, er "sei zutiefst davon überzeugt, dass es die Richtige ist", sorgte damals nicht nur für einen Aufschrei bei Teilen der politischen Opposition in Monheim, sondern bundesweit für großes Aufsehen.

Ein Jahr danach haben sich die Wogen in Monheim wohl geglättet. "Seit dem Ratsbeschluss ist das gegessen", sagte Markus Gronauer (CDU) gestern auf Anfrage. "Das muss man in einer Demokratie akzeptieren." Zwar seien die Moscheebauten in der Öffentlichkeit immer noch ein Thema, "es überwiegt jetzt aber die Neugier, was gebaut wird".

Einem geplanten Bürgerbegehren von SPD und CDU war Zimmermann im November 2016 mit dem Vertragsabschluss über die Grundstücke zuvorgekommen. Hat die arabisch-islamische Gemeinde mit Sitz an der Opladener Straße ihre Pläne für das Gemeindezentrum auf dem Menk-Gelände bereits vorgestellt, will die türkische Ditib-Gemeinde dies in Kürze tun. "Wahrscheinlich noch vor den Sommerferien", bekundete Zimmermann.

Doch bis zur Fertigstellung wird es einige Zeit dauern, sagte Lucas Risse (Peto). "Die Gemeinden sind noch weit davon entfernt, bauen zu können", betonte auch der Bürgermeister. Zwar gibt die Kommune ihnen die beiden Grundstücke für den festgelegten Zweck, sie haben sich aber verpflichtet, dort in einer Frist von sieben Jahren mit dem Moscheebau zu beginnen. Rund zwei Millionen Euro wollen sie jeweils in ihre Zentren investieren. Dafür sammeln Ramazan Akcora (Ditib) und Mohamed Anakhroch (marokkanisch-islamische Gemeinde) bereits unermüdlich Spenden in Monheim, aber auch im europäischen Ausland. "Bisher haben die Gemeinden jeweils Summen im niedrigen sechsstelligen Bereich zusammenbekommen", so Zimmermann: "Es muss schon eine Eins vor dem Komma stehen, bevor sie mit dem Rohbau beginnen können."

Manfred Poell (Grüne), sagte, er sei immer dafür gewesen, den Moscheebau zu unterstützen. "Ich bin aber weiterhin unzufrieden mit der Vorgehensweise." So sei es "nicht okay" , dass "ganz schnell Fakten geschaffen" wurden. Und auch das Bürgerbegehren der Opposition, an dem sich die Grünen nicht beteiligt hätten, sei "mit Tricks" verhindert worden. "Das war demokratisch nicht in Ordnung." Werner Goller (SPD) wirft dem Bürgermeister ebenfalls einen "Mangel an Demokratieverständnis" vor. "Er wollte eine Blitzaktion daraus machen." So seien sowohl das Verfahren als auch der Umgang mit dem Bürgerbegehren zwar rechtlich zulässig gewesen - "aber anstößig". Goller, der ebenfalls betont, nicht gegen den Bau der beiden Moscheen an sich zu sein, kritisiert Zimmermanns Politik-Stil. "Der ist autoritär." Seit der Debatte um die Bezuschussung der beiden islamischen Gemeinden, sei der Bürgermeister in Monheim "nicht mehr unumstritten".

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Monheim: Vor einem Jahr: Pläne für zwei Moscheen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.