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Langenfeld/Monheim
Was Hotel-Sterne dem Gast versprechen

Langenfeld/Monheim: Was Hotel-Sterne dem Gast versprechen
Das Langenfelder Hotel Mondial hat vier Sterne. Hoteldirektorin Andreanna Zioga zeigt das Schild. FOTO: MATZERATH
Langenfeld/Monheim. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband kümmert sich um rund 700 Betriebe im Rheinland. Von Martin Mönikes

Welches Hotel soll ich für den Urlaub buchen? Viele Reisende orientieren sich an der Zahl der Sterne, die den Hotelnamen zieren; je mehr desto besser. Aber: Mit wie vielen Sternen darf der Hotelier werben? Wer prüft das, und wie oft? Wie halten es die heimischen Hotels mit ihren Sternen? Gudrun Rehbein kümmert sich beim Landesverband der Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) um rund 700 Betriebe im Rheinland. Sieben Häuser in Langenfeld und Monheim sind vom Verband (kostenpflichtig) klassifiziert, also bewertet (siehe Info).

Zuletzt war Rehbein vor wenigen Wochen in Langenfeld, um das Romantikhotel "Gravenberg" am östlichen Stadtrand erneut zu bewerten. "Es gibt Mindestkriterien, die mit zunehmender Anzahl der Sterne anspruchsvollere Anforderungen stellen. Hinzu kommen entsprechende Punktzahlen aus unterschiedlichen Bereichen, beispielsweise von der Rezeption, den Zimmern, über Gastronomie bis zu Qualitäts- und Onlineaktivitäten", fasst Rehbein den umfangreichen Test zusammen. Am Ende der mehrstündigen Ortsbesichtigung waren der Langenfelder Hotelier Frank Lohmann und sein Team zufrieden: Für die nächsten drei Jahre darf sich das Hotel Gravenberg - wie bisher schon - mit vier Sternen schmücken und dem Zusatz "Superior". Das "S" hinter den Sternen besagt, dass die erforderlichen Punktezahlen der Kategorie deutlich überschritten sind.

"Ausländische Gäste orientieren sich an den Sternen, (mindestens) vier sollten es sein", weiß M. Erol Birol, seit 2002 Inhaber des Langenfelder 4-Sterne-Hotels Mondial. "Im Wettbewerb ist die Auszeichnung wichtig; bei ähnlichen Preisen kann die bessere Klassifizierung eine Entscheidungshilfe sein." Das repräsentative Messingschild an der Front des Hauses nehmen Gäste erkennbar wahr. Andreanna Zioga, seit 14 Jahren dort Hoteldirektorin, sieht in den angekündigten Dehoga-Kontrollen auch eine Art Beratung und eine gute Gelegenheit, "den eigenen Blick zu schärfen".

Im Monheimer "Hotel am Wald" wird Gudrun Rehbein erst wieder 2020 erwartet. Hoteldirektorin Smiljka Stakic empfand "die Prüfung im Vorjahr, bei der jeder Punkt hinterfragt wurde, schärfer als in früheren Jahren". Das klassifizierte 3-Sterne-Superior-Haus mit seinen 97 Zimmern wird viel über das Internet gebucht, dabei bieten die Sterne eine gute Information.

Bewusst ohne Dehoga-Sterne stellt sich dem Wettbewerb die Achat-Hotelgruppe, zu der das Achat-Comfort Hotel in Monheim gehört. Es gibt eine eigene Klassifizierung der insgesamt 30 Hotels in Comfort, Premium oder Plaza-Standorte. "Die klassische Bewertung ist nicht übersichtlich, und die in den einzelnen europäischen Ländern unterschiedlichen Sternebewertungen verwirren sogar", erklärt Stefanie Josten, die bei Achat für das Marketing zuständig ist. Konkret kritisiert sie am Dehoga-Verfahren, "die schauen eher, ob eine Vorgabe erfüllt ist, als auf das qualitative Wie". Sie meint, dass der Kunde eher die Infos aus sozialen Netzwerken und Bewertungsportalen nutzt, um sich eine Unterkunft zu suchen.

Quelle: RP
 
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