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Langenfeld/Monheim
Windräder an die A 59?

Langenfeld/Monheim: Windräder an die A 59?
Die Masten von Hochspannungsleitungen säumen die A 59 bereits. Drehen sich eines Tages auch Windräder in ihrer Nähe? FOTO: Matzerath
Langenfeld/Monheim. Bisher galt: Die potenziellen Areale für Windkraftanlagen östlich der Autobahn sind für eine rentable Nutzung zu klein. Ändern könnte dies eine städteübergreifende Konzentrationszone. Die Prüfung in den Rathäusern läuft. Von Thomas Gutmann

Anfang Oktober treffen sie sich wieder: die für Flächennutzungsplanung zuständigen Fachleute der Städte Langenfeld und Monheim. Thema wird dann, wie bereits in zwei vorangegangenen Sitzungen, eine städteübergreifende Windkraft-Konzentrationszone an der A 59 sein. Sollte diese Wirklichkeit werden, wären die Windradpläne für das südliche Reusrath (Rennstraße) möglicherweise vom Tisch.

"Wenn sich eine gemeinsame Konzentrationszone mit Monheim realisieren lässt, wäre dieser Standort mein Favorit. Sonst bleibt es bei Reusrath", erklärte Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider (CDU) jetzt in einem Gespräch mit der RP.

"Bedingt" geeignet

Bisher galt: Zwar sind die Areale östlich der Autobahn – bis auf Alt-Berghausen – "bedingt" geeignet für die Errichtung von Windkraftanlagen, doch rentabel betreiben lassen sich WKA dort nicht. Grund: Die Flächen sind zu klein, ließen den Bau von maximal zwei Windrädern zu. Anders die ausgewiesene Konzentrationszone südlich von Reusrath: Dort könnten sich drei, wenn nicht vier rund 150 Meter hohe Windräder drehen. Es gibt auch schon einen Investor, der einen Bauantrag gestellt hat. Allerdings: Die WKA sind umstritten. Die Bürgerinitiative "Ruhiger Horizont Reusrath" befürchtet, die weithin sichtbaren Anlagen würden die Naherholungs- und Wohnqualität in dem Ortsteil erheblich einschränken.

Derzeit ruht der Bauantrag auf Veranlassung des Antragstellers. Denn die Reusrather Konzentrationszone ist tatsächlich noch eine WKA-Verhinderungszone: Über 100 Meter hohe Anlagen sind nicht zulässig.

Im Zuge der deutschlandweit betriebenen "Energiewende" nach dem Atomausstiegsbeschluss hat Bürgermeister Schneider jedoch den stadtpolitischen Kurs gedreht: hin zur Ermöglichung von Windkraft an einer Stelle in Langenfeld, die für einen rentablen und zugleich sozialverträglichen WKA-Betrieb am besten geeignet ist. Und das ist nach einem im Juni vorgestellten Gutachten das Areal südlich von Reusrath.

Eine Ausweitung anderer untersuchter "Protenzialflächen" auf Monheimer Stadtgebiet könnte die Lage indes ändern: "Wir sind dabei, das zusammen mit der Stadt Monheim zu prüfen", sagte Langenfelds Planungsamtschef Stephan Anhalt gestern. Als gemeinsame Konzentrationszone kämen "im Grunde alle größeren Freiflächen im Grenzbereich beider Städte entlang der A 59" in Frage. Dem Gutachten nach zu urteilen müsste es auf ein Areal in Höhe des Knipprather Waldes oder etwas südlich davon hinauslaufen.

Thomas Waters, Chefplaner im Monheimer Rathaus, bestätigt die "Gespräche unter Fachleuten": Eine gemeinsame Konzentrationszone böte eine "sehr erfreuliche Perspektive" für eine verträgliche Windkraftnutzung in Monheim. Eine mögliche Zusammenarbeit mit Langenfeld werde bei der derzeitigen Suche nach geeigneten WKA-Standorten berücksichtigt. Anders als die Nachbarstadt hat Monheim noch keine Konzentrationszone ausgewiesen.

Anhalt warnte allerdings davor, die WKA-Pläne in Reusrath voreilig als begraben zu betrachten: Ob eine Freifläche an der A 59 als Windkraft-Zone mit dem Artenschutz (Vögel, Fledermäuse) und dem vorgeschriebenen Abstand zu Autobahn und Hochspannungsleitungen vereinbar sei, müsse erst noch "eindeutig" festgestellt werden.

(RP/rl)
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