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Monheim
Wurst ist ihre Leidenschaft

Monheim: Wurst ist ihre Leidenschaft
Ob Fleischwurst mit Nüssen oder Chili-Schoko-Leberwurst - Susanne Jacobi aus Monheim hat immer wieder neue Eigenkreationen im Angebot. FOTO: Matzerath
Monheim. Susanne Jacobi entschied sich für eine völlig frauenuntypische Ausbildung - und hat die Berufswahl "Fleischerin" nie bereut. Von Isabell Klaas

Für den Berufswunsch von Susanne Jacobi hatte vor 25 Jahren kaum jemand Verständnis: weder Mitschülerinnen noch Freundinnen - und die Lehrer schon gar nicht. Sie hätten die Schülerin mit der Fachoberschulreife und den guten Noten lieber als Abiturientin und Studentin gesehen. Doch die Monheimerin hatte ihren eigenen Kopf. Nach einem dreiwöchigen Schülerpraktikum in der Metzgerei Lührmann am Gartzenweg stand für sie fest: "Ich werde Fleischereifachverkäuferin!" Während sich die Mädels in ihrem Umkreis an den Büro-Computer setzten, galt Jacobis Interesse Rouladen, Hüftsteaks und Aufschnitt.

Bereut hat die heute 40-Jährige ihre Berufswahl nicht einen einzigen Tag. Ihren Fleischermeister-Titel machte sie 1999. Seit 2007 ist sie selbständig und führt mit ihrem Lebensgefährten Enrico Lange eine der feinsten Fleischereien in der Region. Von der Qualität überzeugt ist auch Simone Windges, Co-Chefin des Monheimer Kreativcafés "Mit Liebe": "Wir haben uns für die Fleischerei Jacobi entschieden, weil man weiß, wo das Fleisch herkommt und dass alles selbst gemacht ist. Dafür bezahlen wir gerne etwas mehr. Wir wollen ja, dass unsere Gäste das Gleiche bekommen, das wir auch selbst essen wollen."

Für viele Frauen mag der Gedanke befremdlich sein, im Berufsalltag mit Bullen- und Schweinestücken zu arbeiten. Für Susanne Jacobi ist das nichts anderes, als bereitete sie Gemüse zu. "Es macht mir außerdem Spaß, den Kunden zu erklären, wo welches Stück Fleisch genau herkommt, aus dem Rücken, der Lende oder der Brust", sagt sie. "Ich bin für diesen Beruf einfach geboren. Ich kann Schönes schaffen und meine Kunden glücklich machen. Und ich kann immer Neues kreieren."

Den Ideen bei der Wurst- Herstellung sind offenbar keine Grenzen gesetzt: So gibt es am Gartzenweg unter anderem Fleischwurst mit Nüssen oder Chili-Schoko-Leberwurst. Für Letztere gab es beim Ideenwettbewerb 2013 übrigens schon einmal eine Goldmedaille, berichtet Jacobi stolz. Allein 18 Leberwurst-sorten gehören zu ihrem Repertoire.

Bei der Auswahl der Fleischlieferanten und der Verarbeitung haben sich Susanne Jacobi und ihr Partner strenge Regeln auferlegt. "Bei uns wird nichts aus Massentierhaltung verarbeitet. Wir bereiten Aufschnitt ohne Zusatzstoffe, ohne Laktose und Gluten. Unsere Wurst schmeckt nach Fleisch und nicht nach Geschmacksverstärkern." Das sei allerdings eine Umstellung für viele Kunden gewesen. "An den natürlichen Geschmack muss man sich erst gewöhnen", erklärt sie.

Rind, Schwein, Kalb und Lamm kommen aus einer bäuerlichen Erzeugergemeinschaft in Schwäbisch Hall, wo sich die Tiere in der Natur frei bewegen können. "Ich unterstütze keine Tierquälerei", betont die Fachfrau. Auch das Geflügel kommt einmal in der Woche frisch vom Land - aus Frankreich.

"Ich habe mich für ein aussterbendes Handwerk entschieden und muss deshalb etwas Besonderes anbieten", sagt Jacobi. Dabei denkt sie auch an Kunden, die Fleisch nur vorsichtig genießen dürfen. "Wir haben reine Geflügelwurst und manchmal auch 100-prozentige Straußenleberwurst. Und wir können sogar Vegetarisch", sagt sie in Bezug auf ihren Party-Service. Nach Fleischlosem dürfte es indes den wenigsten gelüsten angesichts der appetitlichen Bresse-Hühner und Hüftsteaks in Jacobis Theke.

Quelle: RP
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