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Leichlingen
Flüchtlinge: Es gibt viele Möglichkeiten für Helfer

Leichlingen: Flüchtlinge: Es gibt viele Möglichkeiten für Helfer
Betten und Sanitärcontainer sowie ein Doppelcontainer als Spielzimmer für Kinder - alles soll bis Montag bezugsfertig sein. FOTO: uwe miserius
Leichlingen. "Sie werden's nicht glauben", bemerkte Leichlingens Bürgermeister Frank Steffens, "die Verwaltung hat unglaublich schnell gearbeitet." Von Siegfried Grass

Den Mitarbeitern der Behörde blieb auch nichts anderes übrig; denn nach dem Eingang eines Amtshilfeersuchens zur Unterbringung von 100 Flüchtlingen mussten sie schnell tätig werden. Und da hat sich mit dem ehemaligen Aldi-Markt an der Brückenstraße ein Gebäude angeboten, das für eine schnelle Lösung geeignet schien. Der Besitzer Aldi brauchte nicht erst überzeugt zu werden, das ohnehin dem Verfall preisgegebene Gebäude wurde - übrigens kostenfrei - zur Verfügung gestellt. Kurzerhand wurden die Handwerker in Bewegung gesetzt, die Außenanlagen wieder etwas ansehnlicher zu machen. Im Inneren wurde aufgeräumt und alles gründlich gereinigt, Trennwände für Schlafboxen aufgestellt, gewissermaßen ein Privatbereich auf wenigen Quadratmetern. Es folgen noch Betten und Sanitärcontainer sowie ein Doppelcontainer in Größe eines Klassenzimmers als Spielzimmer für Kinder.

Zweifelsohne ist das alles keine ideale Lösung, aber die Möglichkeiten für die Einrichtung einer Notunterkunft sind begrenzt. Die Anlage gilt als Erstaufnahme-Einrichtung; hier werden die Flüchtlinge, wenn sie dann erstmals wie erwartet am Montag per Bus zu ihrer vorläufigen Unterkunft gebracht werden, mit dem Nötigsten versorgt. Die Kosten dafür, das vermerkte Steffes noch, werden vom Land übernommen. Die Flüchtlinge werden registriert und medizinisch untersucht. Erst dann dürfen sie, wie Ingeborg Schmidt, die als Kreisvorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes gewissermaßen als Leiterin der Einrichtung fungiert, selbstverständlich auch das Areal verlassen und sich in der Stadt umsehen.

Das DRK, das auch ähnliche Einrichtungen etwa in Wermelskirchen betreut, hat schon Erfahrungen sammeln können. Zu Fragen der Bürger, wie es mit der Nachtruhe, der Sicherheit, der Betreuung von allein reisenden Minderjährigen aussieht, wurden Antworten gegeben von Ordnungsamtsleiter Thomas Knabbe, von Jugendamtsleiter Hubert Knops oder vom Bürgermeister selbst. "Wenn demnächst häufiger die Polizei Streife fährt", beugte Steffes gleich vor, "dann gehört das zu den vorsorglichen Maßnahmen."

Die vielen Interessierten, die zur Bürgerinformation kamen, stellten aber meist Fragen, wie sie ganz persönlich helfen können. Hier verwies Steffes auf die Internetseite des "Ökumenischen Arbeitskreises Migration" ("http://www.innotime.de"). Auch der Ortsverein Leichlingen des DRK gibt Auskunft. Wer es noch einfacher wünscht, den verweist der Bürgermeister auf die Telefonnummer 992992 der Stadtverwaltung oder deren Homepage "www.leichlingen.de".

Wie lange die Flüchtlinge bleiben, bis sie in andere Unterkünfte im Land verteilt werden, weiß keiner. Aber es ist schon damit zu rechnen, dass der Stadt der ehemalige Discounter-Markt etwa ein Jahr zur Verfügung steht, weil erst dann die Pläne für den Bau eines Wohnparks genehmigt sein dürften.

Quelle: RP
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