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Leichlingen
Pokémon sollen junge Leute aufs Stadtfest locken

Leichlingen: Pokémon sollen junge Leute aufs Stadtfest locken
Pokémon wie dieser "Traumato" sollen das Stadtfest für junge Leute attraktiver machen und der Geschäftswelt zu Umsatzsprüngen verhelfen. FOTO: Schütz (Archiv)
Leichlingen. Durch Angebote für das derzeit angesagte Smartphone-Spiel hoffen die Stadtfest-Organisatoren, vermehrt junge Leute anzulocken. Derweil hat sich die Geschäftswelt noch kaum mit den Möglichkeiten befasst, die ihnen das Spiel eröffnet. Von Ina Bodenröder

Taubsi, Evoli, Goldini, Rattfratz, Karpador und ganz selten auch mal Relaxo geben sich in Leichlingen regelmäßig die Ehre und locken damit eine riesige Fangemeinde an. Die Rede ist von Pokémon, Fantasiewesen aus dem derzeit generationsübergreifend beliebten Spiel Pokémon Go für Smartphones.

Die Organisatoren des Leichlinger Stadtfestes machen sich den aktuellen Hype zunutze und werden am Samstag und am Sonntag für jeweils zwei Stunden Lockmodule in so genannten Poké-Stops in der Innenstadt einrichten. "Es ist einen Versuch wert", sagt Maurice Winter, Sprecher des Organisationsteams. Moderner wolle das Fest damit auftreten, sich mit der weiteren Attraktion aufwerten und speziell junge Leute in die Innenstadt bringen. Schließlich sind die Pokémon-Jäger häufig in ganzen Rudeln unterwegs, immer auf der Suche nach den kleinen Wesen, um sie zu fangen und in Arenen gegeneinander antreten zu lassen.

An besagten Poké-Stops bekommen Spieler virtuell unter anderem Bälle, Tränke, Beleber, Eier oder Rauch, die sie auf der Jagd einsetzen können. In Leichlingen gibt es die ohne Handy unsichtbaren Stops etwa an der evangelischen und der katholischen Kirche, vor der Buchhandlung Gilljohann im Brückerfeld und vor dem Spielwarengeschäft Kinderkiste. Durch die Lockmodule, die knapp einen Euro kosten, kann man laut Internet "einen Poké-Stop für 30 Minuten zu einem wahren Tollhaus machen, denn solange das Modul läuft, strömen alle in der Nähe befindlichen Pokémon nach und nach zum Poké-Stop" - ein echter Magnet für die Jäger.

Die Stadtfest-Organisatoren sind derweil nicht die Einzigen, die sich die Spielleidenschaft zunutze machen. Das Uni-Klinikum in Greifswald und das Klinikum Dortmund beispielsweise setzen die Lockmodule ganz gezielt ein. In Greifswald führt ein Poké-Stop direkt vor der Tür die Spieler ins Klinikum, die sich immer häufiger mit einer Blutspende für die erfolgreiche Jagd auf die Fantasiewesen bedanken. "Wir hatten neulich sogar einen Blutspender, der fünf Pokémon von der Blutspenderliege aus gefangen und quasi nebenbei 500 Milliliter Blut dagelassen hat", schreibt das Klinikum Dortmund im Internet.

Die Leichlinger Geschäftsleute haben sich mit diesem Marketing-Gag offenbar noch nicht intensiver auseinandergesetzt. "Ich habe von Kunden erfahren, dass vor meinem Geschäft ein Poké-Stop ist", sagt Buchhändlerin Lisa Gilljohann. An Lockmodulen habe sie aber auch künftig kein Interesse. Eher zufällig haben auch Kathrin Weber und Monika Gilljohann erfahren, wer sich virtuell vor ihrer Tür tummelt. "Wir haben uns noch nicht damit auseinandergesetzt, verschließen aber auch nicht die Augen davor", sagt Monika Jellwitzki.

Quelle: RP
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