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Leichlingen
Reul macht Kasse für den guten Zweck

Leichlingen: Reul macht Kasse für den guten Zweck
NRW-Innenminister Reul tauschte gestern für eine halbe Stunde das Rednerpult gegen die Supermarktkasse ein. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. 553 Euro kassierte der Politiker in 30 Minuten ab. Marktbetreiber rundet Spende für Pfarrbücherei auf 1000 Euro auf. Von Ina Bodenröder

Wer hätte gedacht, dass ein Kopfsalat und zehn Eier so schwierige Fälle sind und den ganzen Verkehr aufhalten? Zumindest ist das so, wenn man wie NRW-Innenminister Herbert Reul zum ersten Mal in seinem Leben in einem Supermarkt an der Kasse sitzt. Genau das aber hat der Leichlinger gestern bei Edeka-Bonus an der Trompete getan. Sein Ziel: in einer halben Stunde als Kassierer möglichst viel Geld einzunehmen, um der Bücherei der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist Spenden in die Kasse zu spülen.

Ihm zur Seite stand die ganze Zeit die stellvertretende Marktleiterin Nicole Storch, und das war auch gut so: Besagter Salat und die Eier haben nämlich keinen Barcode, den man einfach über den Scanner ziehen kann, sondern unterschiedliche Produktnummern. "Die kann man natürlich nicht beim ersten Mal alle im Kopf haben", sagte Storch und stand Reul an Kasse zwei als Souffleuse bei. Den anderen Kriterien, die einen guten Kassierer im Supermarkt-Alltag ausmachen, genügte der neue Minister allerdings bereits ganz gut: "Aufmerksam und freundlich sollte man zu den Kunden sein, sich an ihr Tempo anpassen und ein Gefühl für den Andrang vor der eigenen Kasse entwickeln", betonte die Expertin. "Vielen Dank und einen schönen Tag", gab Reul seinen Kunden deshalb regelmäßig mit auf den Weg, während bei ihm Nudeln, Kekse, Zahnpaste, Schinken, Müllbeutel und große Säcke Katzenstreu über den Scanner liefen. "Das Verpackte geht schon richtig gut, aber diese Nummern sind schwierig", gestand der Politiker, um im gleichen Moment die Kekswahl einer Kundin zu begutachten: "Die sind echt lecker", gab er sich als Fachmann für das Naschwerk zu erkennen.

Er wiederum heimste Lob für das soziale Engagement von seiner Nichte Klara König ein, die sich die Premiere ihres Onkels an der Kasse auf keinen Fall entgehen lassen wollte und an diesem Tag extra an der Trompete einkaufte: "Das ist sehr gut für die Bücherei", lobte sie die avisierte Spende. Auch die Leichlinger Lieselotte und Theodor Schorn hatten sich bei Reul in die Kassenschlange gestellt, obwohl bei ihm vor allem die Sache mit dem Wechselgeld ein wenig länger dauerte als bei der geübten Kollegin nebenan: "Für den guten Zweck finden wir das prima", waren sie sich einig.

Soziales Engagement hat indes nicht nur der ehemalige Europapolitiker und jetzige nordrhein-westfälische Innenminister gezeigt: Auch Edeka-Marktbetreiber Ulrich Bonus ließ sich nicht lumpen. Er rundete Reuls Einnahmen von 553 Euro nach einer halben Stunde Arbeit und Kassensturz auf glatte 1000 Euro auf.

Quelle: RP
 
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